Kompromiss zwischen al-Sadr und USA

16. April 2004, 17:42
58 Postings

GIs ziehen aus Najaf ab, dafür wird die Mehdi-Miliz des radikalen Schiitenführers in eine politische Bewegung umgewandelt

Bagdad - Irakische Religionsführer sollen im Konflikt zwischen den USA und dem radikalen Schiitenführer Muktada al-Sadr einen Kompromiss erwirkt haben. Kais al-Khasali, ein Sprecher der Al-Sadr-Bewegung, sagte Donnerstag in der Pilgerstadt Najaf, die Miliz der Bewegung, die so genannte Mehdi-Armee, werde in eine politische Gruppierung umgewandelt. Dafür verpflichte sich die US-Armee, ihre Truppen aus den Wohngebieten von Najaf zurückzuziehen und "die Gefangenen freizulassen". Um welche Gefangenen es sich genau handelt, sagte er nicht.

Muktada al-Sadr werde sich nicht den Amerikanern stellen, betonte al-Khasali. Die Frage seiner möglichen Festnahme im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an dem Geistlichen Abdelmajid el-Khoei werden auf die Zeit nach der Machtübernahme durch die Iraker Ende Juni verschoben. Die Einigung sei durch Bemühungen des schiitischen Klerus unter Großajatollah Ali al-Sistani zustande gekommen.

Auch der Iran war von den USA gebeten worden, ein Ende des blutigen Aufstandes zu verhandeln. Ob der Mord an einem iranischen Diplomaten am Donnerstag in Bagdad damit zusammenhängen könnte, war zunächst unklar. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens handelt es sich bei dem Opfer um den Ersten Sekretär der iranischen Mission in Irak, Khalil Naimi. Erst am Mittwoch war die Gesandtschaft des iranischen Außenministeriums in Bagdad eingetroffen, um in dem Konflikt zwischen den USA und al-Sadr zu vermitteln. (AFP, AP, dpa, Reuters/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.4.2004)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die USA und der Schiitenführer Muktada al-Sadr haben offenbar einen Kompromiss geschlossen: GIs ziehen aus Najaf ab, dafür wird die Mehdi-Miliz in eine politische Bewegung umgewandelt.

Share if you care.