Nachtdialyse unhaltbar

29. April 2004, 15:33
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Die aktuelle Diskussion über die Situation an den Wiener Dialysestationen veranlasst uns, darauf hinzuweisen, dass wir bereits seit Jahren auf die drohende und nun eingetretene Engpasssituation in der Versorgung terminal niereninsuffizienter Patienten wiederholt aufmerksam gemacht haben.

Tatsache ist, dass heute an zwei von sieben Wiener Dialysezentren Hämodialysepatienten in der so genannten vierten Schicht - Nachtdialyse mit Beginn rund um Mitternacht und Ende in den frühen Morgenstunden - behandelt werden. Ohne den entsprechenden und zeitgerechten Ausbau der Ressourcen war die heutige Situation, in der Patienten in dieser so genannten vierten Schicht dialysiert werden, nicht zu verhindern.

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese vierte Schicht international nicht üblich ist und wir diese daher als behandelnde Ärzte - im Sinne und zum Wohle der Patienten - auf Dauer ablehnen. Die Zuwachsrate an Dialysepatienten in Wien liegt seit Jahren konstant bei sechs Prozent; vor diesem Hintergrund schlagen wir konkret Folgendes vor: Als Akutlösung könnte eine rasche Eröffnung von vorhandenen Zusatzkapazitäten im Hanusch-Krankenhaus (40 Patienten) sowie eine Inbetriebnahme der sechs freien Hämodialyseplätze im SMZ-Süd (36 Patienten) dienen. Damit könnten akut 76 Patienten in einen systemisierten Schichtbetrieb übernommen, die vierte Schicht in Wien beendet und ein Großteil der Akutdialyseeinrichtungen entlastet werden. Ein weiter führender Stufenplan soll innerhalb des zweiten Quartals 2004 formuliert werden. Univ.-Prof. Dr. Josef Kovarik, im Namen der Österreichi- schen Gesellschaft für Nephro- logie und der Wiener Primar- ärzte für Nephrologie

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