Frühdrucke der Herzogin Anna Amalia Bibliothek bald im Internet

22. April 2004, 11:10
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Inkunabelsammlung bisher nur in Verzeichnis aus der Goethezeit - Dokumentiert Übergang von der Handschrift zur Buchdrucktechnik

Die Stiftung Weimarer Klassik will Informationen über die wertvollen Frühdrucke der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ins Internet stellen. Bis zum Mai 2005 werde die Inkunabelsammlung in einem Online-Katalog erfasst und beschrieben, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Zu den mehr als 400 Frühdrucken von 1455 bis 1500 gehörten die Schedelsche Weltchronik von 1493 und die Sachsenchronik von Konrad Botho. Sie dokumentierten den Übergang von der Handschrift zur Buchdrucktechnik.

Bisher sind die Inkunabeln nach Angaben der Stiftung nur in einem Verzeichnis zu finden, das noch aus der Goethe-Zeit stammt. Die jetzt beginnende Erschließung ist eine Kooperation mit der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Sie wird von der Weinheimer H.W. & J. Hector Stiftung mit 62 000 Euro gefördert. Nach Abschluss des Projektes können alle wichtigen Daten der Weimarer Sammlung über den Inkunabel-Katalog deutscher Bibliotheken abgerufen werden. Neben Titel, Verfasser, Illustratoren und Übersetzer sollen auch Verleger, Buchbinder und Vorbesitzer erfasst sein.

Inkunabeln waren schon im 17. Jahrhundert unter den ersten Sammelobjekten der Weimarer Bibliothek. Zum Fundus gehören heute Texte der Antike in lateinischer und griechischer Sprache, Bibeln, Chroniken und historische Erzählungen. Der Bestand umfasst theologische, philosophische, juristische, mathematische und medizinische Schriften.(APA)

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