Alkohol erhöht Risiko für Gicht

16. April 2004, 00:00
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Lange gehegte Vermutung konnte jetzt bestätigt werden

London - Alkohol erhöht das Risiko für Gicht. Eine große epidemiologische Studie aus den USA belegt jetzt diesen schon seit dem Altertum vermuteten Zusammenhang zwischen Alkohol und der Gelenkentzündung. Ein Team um Hyon Choi vom Massachusetts General Hospital beobachtete fast 50.000 Männer zwölf Jahre lang.

Dabei zeigte sich, dass Bier und Schnaps das Gichtrisiko deutlich steigen lassen. Für Wein gab es dagegen keinen signifikanten Zusammenhang, wie die Forscher im britischen Medizinjournal "The Lancet" vom Samstag berichten.

Harnsäure-Produktion angekurbelt

Alkohol kurbelt die Produktion von Harnsäure im Körper an, die als Ablagerung in den Gelenken zu Gicht führen kann. Insgesamt waren in der Untersuchungszeit 730 Gichtfälle aufgetreten. "Zwei Bier oder mehr pro Tag erhöhten das Gichtrisiko auf das 2,5-fache verglichen mit gar keinem Bierkonsum", betonte Choi. Dieselbe Zahl Schnäpse ließ das Gichtrisiko nach seinen Worten auf das 1,6-fache steigen. Zwei oder mehr Gläser Wein am Tag seien hingegen nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden gewesen.

Bier sehr Purin-haltig

Die Forscher vermuten daher, dass auch nichtalkoholische Komponenten der verschiedenen Drinks eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Gelenkentzündung spielen. Ein Kandidat sei Purin, das nur im Bier in großer Menge vorkomme, erläuterte Choi. Das mit dem Bier aufgenommene Purin verstärke die vom Alkohol angekurbelte Harnsäureproduktion möglicherweise derart, dass Bier zu dem erhöhten Gichtrisiko führe. (APA/dpa)

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