Briefwechsel zwischen Bush und Sharon

26. April 2004, 22:54

Sharon: "Derzeit gibt es keinen palästinensischen Ansprechpartner, um Friedenslösung zu finden" - Bush: Neue "Realitäten" der Grenzverläufe

Washington - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon und US-Präsident George W. Bush haben sich vor ihren Gesprächen in Washington brieflich über ihre neue Nahost-Politik abgestimmt. Auszüge aus den Schreiben:

Sharons Brief an Bush:

"Da ich zu dem Schluss gekommen bin, dass es derzeit keinen palästinensischen Ansprechpartner gibt, um eine Friedenslösung zu finden, ... habe ich beschlossen, einen Prozess der allmählichen Entflechtung in Gang zu setzen, in der Hoffnung, dass dies zum Abbau der Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern führen wird... Diese Initiative ist ein unabhängiger israelischer Plan, den wir nicht als Teil der Roadmap vorlegen, auch wenn er mit der Roadmap nicht unvereinbar ist. Nach diesem Plan will der Staat Israel militärische Einrichtungen und alle israelischen Dörfer und Städte im Gaza-Streifen sowie andere militärische Anlagen und eine kleine Zahl von Dörfern in Samaria (Westjordanland) verlagern. In diesem Zusammenhang planen wir auch den beschleunigten Ausbau des Sicherheitszaunes, dessen Fertigstellung von zentraler Bedeutung für die Sicherheit der Bürger Israels ist... Wir sind uns der Verantwortungen für den Staat Israel bewusst. Dazu gehört, das Wachstum der Siedlungen zu begrenzen, illegale Außenposten zu räumen und Schritte zu unternehmen, die Bewegungsfreiheit derjenigen Palästinenser, die keine Terroristen sind, so weit zu ermöglichen, wie es die Sicherheit zulässt."

Bushs Brief an Sharon:

"Wie begrüßen den von Ihnen vorgeschlagenen Plan zur Entflechtung.... Ich möchte Ihnen daher Rückversicherungen geben:

Die USA sind weiterhin meiner Vision und ihrer Umsetzung in der Roadmap verpflichtet. Wir werden alles tun, um einen anderen Plan zu verhindern.... Die USA haben sich der Sicherheit Israels und seinem Wohlergehen als jüdischen Staat verpflichtet.... In Anbetracht der neuen Realitäten in der Region einschließlich der existierenden größeren israelischen Siedlungen ist es unrealistisch, als Ergebnis endgültiger Verhandlungen eine vollständige Rückkehr zu den Grenzen des Waffenstillstands von 1949 zu erwarten.... Sie haben eine mutige und historisch bedeutende Initiative beschrieben, die einen wichtigen Beitrag zum Frieden machen kann.... Als enger Freund und Verbündeter wollen die USA eng mit Ihnen zusammenarbeiten um dem Plan zum Erfolg zu verhelfen." (APA/dpa)

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