Fälle in Österreich: Schüler als Täter

19. April 2004, 13:12
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1997 erschoss ein 15-Jähriger in Niederösterreich seine Lehrerin

Wien - Bei der bisher schlimmsten Bluttat, die sich an einer Schule in Österreich zutrug, erschoss im Jahr 1997 ein 15-Jähriger in Zöbern im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen eine Lehrerin und verletzte eine weitere schwer. Der Jugendliche wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Der an sich als "netter Bub" beschriebene Bursch hatte am 5. Mai 1997 mit vorgehaltenem Revolver ein Mädchen bedroht und abgedrückt, als die Lehrerin beruhigend einzugreifen versuchte. Dann schoss er auf eine weitere Lehrerin. Die großkalibrige Waffe stammte aus dem Besitz des Vaters.

Schüler schoss Direktor an

Ebenfalls in Niederösterreich schoss ein Schüler einen Direktor an, von dem er beim Rauchen erwischt worden war. Die Tat ereignete sich am 6. Oktober 1993 in Hausleiten (Bezirk Korneuburg). Der 13-Jährige lauerte dem Direktor mit einem abgesägten Kleinkalibergewehr am Schuleingang auf, verletzte ihn durch einen Schuss in die Schläfe schwer und richtete sich selbst, in dem er sich in einer Garage erschoss.

Messerattentate

Vergleichsweise glimpflich gingen andere Bluttaten aus: Im Juli 1994 verletzte eine 15-Jährige in einer Hauptschule in Wien-Meidling einen 14-Jährigen. Motiv waren ein familiärer Streit und Eifersucht.

Im Juni 1998 griff ein Berufsschüler im Internat im obersteirischen Murau im Streit mit einem Mitschüler zum Klappmesser und verletzte seinen Kontrahenten leicht. Das Opfer soll den Täter zuvor provoziert haben.

Im Oktober vergangenen Jahres setzte ein 13-Jähriger an einer Linzer Hauptschule zwei Mitschülerinnen ein Fixiermesser an den Hals und bedrohte auch einen Buben. Der als Problemschüler bekannte Bursch wurde von einer Lehrerin entwaffnet.

Mordkomplott gescheitert

Für Schlagzeilen sorgte im April 2001 ein Mordkomplott, das drei 15-Jährige am Polytechnischen Lehrgang Neunkirchen geplant hatten, das durch einen anonymen Anruf bei der Polizei aufflog. Die Burschen gaben weitgehend zu, dass sie die Absicht hatten, den Direktor und drei Lehrkräfte zu erschießen. Sie befanden sich einige Tage in U-Haft. Das Strafverfahren wurde nach rund drei Monaten eingestellt. Gutachter stellten nämlich fest, dass die Burschen nicht reif genug waren, das Unrecht einzusehen. Außerdem fanden sie Lehrstellen. (APA)

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