Walter Schachner hat einen Schuldigen

16. April 2004, 14:14
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GAK verlor in Kärnten Boden im Titelrennen, Trainer Schachner nach Gelb-Rot für Ehmann: "Frechheit" - Austria bei Sieg überzeugend

Wien - Der österreichische Fußball-Double-Gewinner Austria Wien hat sich nach der 30. Runde der T-Mobile Bundesliga am Mittwoch vom Verfolger GAK etwas abgesetzt. Während die Grazer beim Schlusslicht Kärnten über ein torloses Remis nicht hinaus kamen, feierten die Wiener gegen Salzburg einen 3:0-Heimsieg und liegen nun zwei Punkte vor den Rotjacken. Neuer Dritter ist Rapid dank eines 2:1-Auswärtserfolges gegen Sturm, weil Pasching in Bregenz nur ein 1:1 erreichte. Mattersburg fuhr mit dem 3:0 im Pappelstadion gegen die Admira wichtige Punkte im Abstiegskampf ein.

Alles eitel Wonne in Favoriten

Seit Günter Kronsteiner bei der Austria zum neuen starken Mann avancierte, läuft es bei den Favoritnern wie geschmiert. Vier Siege in vier Spielen in der Meisterschaft bei einem Torverhältnis von 12:2, dazu der Einzug ins Cup-Semifinale - nach den Unstimmigkeiten gegen Ende der Ära Löw ist beim Titelverteidiger wieder alles eitel Wonne, wenn auch Kronsteiner auf die Euphoriebremse trat. "Man kann nicht alles positiv sehen, denn wir haben viele Chancen zugelassen", meinte der Steirer.

Dies sei jedoch auf die neue Philosophie beim Meister zurückzuführen. "Wir nehmen bewusst mehr Risiko und haben attraktiv nach vorne gespielt, denn wir haben gewusst, dass wir in der Offensive um ein Quäntchen besser sind", erklärte der Sportmanager. Sein Widerpart Peter Assion, dessen Elf die fünfte Auswärtsniederlage in Folge kassierte, haderte mit der schlechten Chancenauswertung: "Wir haben super Fußball gespielt, aber leider das Tor nicht gemacht, bei einigen Möglichkeiten waren wir aber auch zu egoistisch."

Schachner verärgert

Bei Walter Schachner war nach dem 0:0 in Kärnten der Ärger über Schiedsrichter Mostböck groß, weil der Referee GAK-Kapitän Toni Ehmann für Schachner unberechtigterweise mit Gelb-Rot vom Platz stellte. "Das war eine Frechheit. Die Verantwortlichen sollten sich etwas einfallen lassen, damit das Ganze nicht wieder in eine bestimmte Richtung geht, die für den österreichischen Fußball nicht gut ist", unkte Schoko. Auch Ehmann selbst ereiferte sich nach dem Ausschluss, den er als "schwachsinnig" bezeichnete: "Meiner Meinung nach waren heute alle drei vom Schiedsrichter-Team überfordert. Wir sind absolut benachteiligt worden." Was die GAK-Akteure vergessen: Dass Kärnten-Stürmer Akwugebu in aussichtsreicher Position im Strafraum niedergerissen wurde.

Im Lager der Kärntner trauerte man möglichen drei Punkten gegen den Titelanwärter nach. "Wir sind eben in der unangenehmen Lage, dass wir immer vorlegen müssen", sagte Coach Peter Pacult, dem aber die Leistung seiner Spieler im Abstiegskampf Mut machte. "Ich bin überrascht, denn ich habe meiner Mannschaft nicht zugetraut, den GAK das ganze Spiel so zu beherrschen."

Rückschlag für Sturm

Einen weiteren Rückschlag setzte es hingegen für den zweifachen österreichischen Meister Sturm, den nach dem 1:2 in Graz gegen Rapid nur noch drei Zähler vom letzten Platz trennen. "Die Mannschaft hätte einen Punkt verdient", meinte Betreuer Michael Petrovic, bei dem sich Rapid-Trainer Josef Hickersberger schon fast entschuldigte. "Sturm hat eine talentierte, spielerisch gute und faire Mannschaft. Mir tut es Leid, dass die Grazer so weit unten stehen", erklärte der frühere ÖFB-Teamchef, dessen Elf nach dem ersten Liga-Auswärtssieg seit 28. September des Vorjahres (2:1 in Pasching) bei einem Spiel weniger einen Punkt vor Pasching auf Rang drei liegt. Das zweite Tor für die Grün-Weißen erzielte Neuzugang Axel Lawaree, der damit erstmals in einem Pflichtspiel für Rapid traf.

Die Hütteldorfer profitierten vom 1:1 der Paschinger, die seit zwölf Meisterschaftsspielen ungeschlagen sind, in Bregenz. Nach der Partie zeigten sich beide Trainer mit dem Remis zufrieden, die Vorarlberger hatten aber eine schwere Verletzung von U21-Teamspieler Mario Bolter (Bruch des Knöchels und des Wadenbeins) zu beklagen.

Wichtige Punkte für Mattersburg

Auch die Mattersburger Personalprobleme verschärften sich durch die Zerrung von Stürmer Thomas Wagner. Mit dem 3:0 gegen die Admira gelang den Burgenländern aber ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt. "In der zweiten Hälfte hat sich unser unbändiger Wille durchgesetzt", freute sich Coach Werner Gregoritsch.(APA)

  • Walter Schachner hadert mit den Schiedsrichtern.

    Walter Schachner hadert mit den Schiedsrichtern.

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