Berlusconi entsendet diplomatischen Berater in den Irak

15. April 2004, 14:56
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Kontakte mit religiösen Behörden zur Freilassung der Geisel - Vatikan wegen Hinrichtung des Italieners erschüttert

Rom - Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi setzt alle diplomatische Hebeln in Bewegung, um nach der Hinrichtung des 37-jährigen Italieners Fabrizio Quattrocchi das Leben der weiteren drei Geiseln zu retten, die seit Montag im Irak vermisst werden. Berlusconi entsendete seinen diplomatischen Berater, Botschafter Gianni Castellaneta, in den Irak. Das berichteten italienische Medien am Donnerstag.

Castellaneta soll die diplomatischen Kontakte zur Befreiung der Entführten koordinieren. Italien hofft vor allem durch Verbindungen mit den religiösen Behörden im Irak eine Freilassung der Geiseln bewirken zu können.

"Wir werden alles Mögliche unternehmen, um das Leben der Italiener zu retten, wir können uns jedoch keinen Erpressungen beugen", beteuerte der italienische Außenminister Franco Frattini. Der Minister erklärte, die Befreiung der Geiseln werde durchaus schwierig sein. "Die Entführer sind Banditen ohne Bezugspunkte und ohne organisatorische Struktur", meinte der Minister. Es werde absolut problematisch sein, sich mit ihnen auch nur indirekt in Verbindung zu setzen.

"Die Hinrichtung Quattrocchis ist eine Aktion unglaublicher Brutalität, die auch in der grausamen Geschichte des internationalen Terrors beispiellos ist", sagte der italienische Arbeitsminister Roberto Maroni im Interview mit der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI.

Der Vatikan erklärte sich über die Lage im Irak und die Hinrichtung Quattrocchis äußerst besorgt. "Der Heilige Stuhl wird das Mögliche tun, um Hilfe in dieser Angelegenheit zu leisten", erklärte der vatikanische Nuntius in Bagdad Fernando Filoni. (APA)

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