Bush "irrte" sich bei Angaben über libysche Massenvernichtungswaffen

17. April 2004, 14:10
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"50 Tonnen Senfgas" gefunden - Pressesprecher korrigiert: Nur 23,6 Tonnen

Washington - Der um seine Glaubwürdigkeit kämpfende US-Präsident George W. Bush hat sich abermals einen peinlichen Fehler geleistet. In seiner Pressekonferenz in der Nacht auf Mittwoch behauptete er, in Libyen seien 50 Tonnen Senfgas sicher gestellt worden. Tatsächlich waren es nur 23,6 Tonnen, wie Pressesprecher Scott McClellan am Mittwoch richtig stellte.

Bush benutzte die falsche Zahl gleich zwei Mal. Zunächst, als er den Schritt des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi, seine Massenvernichtungswaffen offen zu legen, als Erfolg des Irak-Feldzuges reklamierte. In dem Zusammenhang seien auf einem türkischen Bauernhof 50 Tonnen Senfgas aus Libyen entdeckt worden, sagte Bush. Zudem nannte er den Fund als Hinweis, dass auch im Irak noch Massenvernichtungswaffen auftauchen könnten. "Sie (die Massenvernichtungswaffen) könnten im Irak versteckt sein, genau wie die 50 Tonnen Senfgas auf dem türkischen Bauernhof."

Im Jänner 2003 hatte Bush in seiner Rede zur Lage der Nation behauptet, der Irak habe Uran aus Afrika kaufen wollen, um Atomwaffen zu bauen. Es dauerte seinerzeit sechs Monate, bis das Weiße Haus einräumte, dass die Aussage auf gefälschtem Geheimdienstmaterial basierte. Warum Bush auf der Pressekonferenz am Dienstagabend eine falsche Zahl nannte, erklärte McClellan nicht. (APA/AP)

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