Spin-Doctors und alte Schlachtrösser

16. April 2004, 16:53
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Wer die Kandidaten brieft und berät

"Spin-Doctors" wollen sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr genannt werden, jene Herren und Damen, die in den Mitarbeiterstäben der beiden Präsidentschaftskandidaten das Wahlkampfwerkel am Laufen halten. Lieber bezeichnen sie sich als Strategen oder Berater - oder schlicht als gute Freunde.

Ein persönliches Naheverhältnis zum Kandidaten kann jedenfalls nicht schaden: Benita Ferrero-Waldners Wahlkampfmanager Florian Krenkel diente schon Kanzler Wolfgang Schüssel, als dieser noch Außenminister war. Aus dieser Zeit ist er auch Ferrero-Waldner bestens vertraut. Er gilt als fachlich versierter und strategisch erfahrener Kommunikator.

Kurt Bergmann, Leiter des "Wir für Benita"-Personenkomitees, ist ein Kampagnenprofi der alten Schule. Der "Licht ins Dunkel"-Manager verfügt obendrein über hervorragende ORF-Kontakte und bezeichnet sich selbstironisch als "altes Schlachtross". Ihm steht Andrea Krametter zur Seite.

Die ehemalige Pressesprecherin von FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer arbeitet im Außenamt. Für die werbliche Umsetzung der Benita-Kampagne ist Wolfgang Slupetzky von Ogilvy & Mather verantwortlich - Ogilvy betreute auch schon den Nationalratswahlkampf der ÖVP.

Zu Heinz Fischers engstem Beraterkreis gehören sein Sekretär und "rechte Hand" Bruno Aigner, Wahlkampfmanager Norbert Darabos, einer der beiden SPÖ-Bundesgeschäftsführer, und Ex-ATV+-Chefredakteur Hans Besenböck.

Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Ex-ORF-Mann Josef Broukal coacht Fischer vor Medienauftritten. Der Politberater Harry Schranz kümmert sich um strategische Belange. Schranz arbeitete auch schon für den prominenten US-Berater Stanley Greenberg. Die Werbekampagne wird von Young & Rubicam gestaltet.

Der Präsidentschaftswahlkampf hat auch eine rote Spaßgruppe reaktiviert und manche alten Kämpfer aus der politischen Versenkung geholt: In der kurzen Ära Viktor Klimas hatte die Themeninitiative 8 Postkarten und Sprüche, manchmal auch SP-kritische, verschickt - nun wird sie als "Dynamo Wien" wieder aktiv. SPÖ-Abgeordnete Andrea Kuntzl ist ein Mitglied, auch Heinz Lederer, einst Spin-Doctor von Andreas Rudas, ist wieder dabei. Unter dynamo-wien.at verschicken sie E-Cards und Downloads. (eli, to/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.4.2004)

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