Palästinenser: "Todesstoß" für Friedensprozess

16. April 2004, 07:44
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Rabbo: Amerikaner beschließen Zukunft des palästinensischen Volkes, ohne sich mit diesem abzusprechen

Ramallah - Die Palästinenserführung hat die Äußerungen von US-Präsident George W. Bush zur Zukunft des Nahen Osten am Mittwochabend als "Todesstoß" für den Nahost-Friedensprozesses kritisiert. Yasser Abbed Rabbo, Vertrauter von Palästinenserpräsident Yasser Arafat, sagte: "Es ist das erste Mal, dass die Amerikaner die Zukunft des palästinensischen Volkes beschließen, ohne sich mit ihm abzusprechen."

Rabbo sagte, die Äußerungen Bushs bedeuteten "die Zerstörung der Road Map und aller anderen Vereinbarungen". Es ermögliche die Aufteilung des Westjordanlands und den Weiterbau der israelischen Sperranlage. "Dies zerstört jede Hoffnung auf eine friedliche Lösung in der Region", sagte das palästinensische Führungsmitglied.

"Als ob jemand einen Teil von Texas an China gibt"

Auch der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat kritisierte die Zugeständnisse von US-Präsident George W. Bush an den istraelischen prmier Ariel Sharon heftig: Erekat sagte am Mittwochabend in Ramallah, der US-Präsident habe "kein Recht, im Namen des palästinensischen Volkes zu verhandeln und die Resolutionen der UNO oder die 'Roadmap' zu verändern", sagte Erakat. Bush könne nicht internationales Recht brechen und die "israelische Besatzung für den Diebstahl der Palästinensergebiete und die Besiedlung entschädigen. (...) "Das ist, als ob jemand einen Teil von Texas an China gibt." Wenn Israel Frieden schließen wolle, müsse es mit der palästinensischen Regierung verhandeln. (APA/dpa)

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