Österreichisches Ehrenkreuz an Helmuth Lohner

18. April 2004, 18:33
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Klestil würdigte "Darsteller des Menschlichen", der "zugleich die Höhen und Tiefen im menschlichen Charakter ausleuchten kann"

Wien - Als einen "Darsteller des Menschlichen", der "zugleich die Höhen und Tiefen im menschlichen Charakter ausleuchten kann", würdigte am Mittwoch Bundespräsident Klestil Kammerschauspieler Helmuth Lohner (70). Er überreichte ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Unter den zahlreichen Gratulanten des vor kurzem erneut zum künstlerischen Leiter des Theaters in der Josefstadt gekürten Lohner befanden sich Lebensgefährtin und Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, Tochter Therese Lohner, Staatsopernchef Ioan Holender, Mörbisch- Intendant Harald Serafin, die Schauspieler Elfriede Ott, Fritz Muliar und "Lebensmensch" Otto Schenk.

Eigentlich hätte man schon vor fast einem Jahr zusammenkommen sollen, um Lohners 70. Geburtstag und dessen Abschied von der Josefstadt zu feiern, begann Klestil seine Rede. So hole man Versäumtes eben nach und gratuliere zum kommenden Geburtstag.

Aufforderung, die Jeans abzulegen

Lohner begann seine Dankesrede so: "Ich weiß vorher nie, was ich sagen soll, das hat mich der Otti (Schenk, Anm.) gelehrt". Er habe immer ein zwiespältiges Gefühl gegenüber Orden gehabt, "einen zu bekommen, ist wie eine Aufforderung, endlich die Jeans abzulegen". Für eine Bilanz sei es "wahrscheinlich noch zu früh", setzte Lohner fort.

Auch habe er das begonnene Tagebuch kürzlich "dem Reißwolf übergeben", nachdem ihn die Vorstellung, dass Lebensgefährtin Elisabeth oder Tochter Therese "diesen Unsinn" lesen können, von jeder Fortführung abgehalten habe.

Er habe in seinem Leben "großes Glück gehabt, obwohl ich ein großer Pessimist bin", meinte Lohner. Am Ende seiner Rede gab Lohner der Hoffnung Ausdruck, "mit Hilfe meines Lebensmenschen Otti Schenk das Theater in der Josefstadt innerhalb von zwei Jahren wieder dorthin zu bringen, wo es schon war". (APA)

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    Helmut Lohner in der Hofburg

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