Wege aus dem blauen Dunst

19. April 2004, 13:36
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Studie: Pharmaka und "eigener Wille" Erfolg versprechend

Wien/Oslo - Drei Viertel aller Raucher, die vom Glimmstängel loskommen möchten, tun dies aus Sorge um ihre Gesundheit. Und sie tun gut daran, während der Aufhörphase häufig zum Arzt zu gehen; in der niedergelassenen Praxis liegt die Abstinenzrate zwölf Monate nach Verzichtsbeginn bei einem Drittel.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie zur Raucherentwöhnung, die am Mittwoch von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) vorgestellt wurde. Rund 14.000 Menschen sterben in Österreich jährlich an Folgen des Tabakkonsums, betonte die Ministerin. "Besorgnis erregend" sei vor allem, dass das Rauchereinstiegsalter weiter sinke: Mittlerweile gäben rund 45 Prozent der unter 14-jährigen Mädchen und 43 Prozent der unter 14-jährigen Buben an, schon zu Zigaretten gegriffen zu haben.

Unter den Erwachsenen zählen sich in Österreich 36 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen zu den Freunden des blauen Dunstes. Jenen, die diese Freundschaft wieder aufkündigen möchten, böten vor allem Pharmazeutika Hilfe, erläuterte Wolfgang Kössler vom Wiener Otto-Wagner-Spital. Er hat die Daten von 475 Patienten gesammelt: Am wirkungsvollsten sei ein Mix aus Nikotinersatzmitteln und Antidepressiva - gefolgt von einem Klassiker: dem "eigenen Willen".

Rauchen als Recht

Gegenläufige Signale kommen indes aus der norwegischen Stadt Levanger: Auf Antrag der rechtsgerichteten Fortschrittspartei erklärten die zuständigen Bezirksbehörden das Rauchen zum "grundlegenden Menschenrecht": Den 18.000 städtischen Bediensteten der Stadt war seit Jahresbeginn der Glimmstängel im Job verboten. (bri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. 4. 2004)

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