Arafat und Korei warnen USA vor Zugeständnissen an Sharon

14. April 2004, 19:16
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Teilannexionen würden "das totale Ende des Friedensprozesses" bedeuten - Siedler starten Kampagne gegen Gaza-Räumung

Ramallah/Jerusalem/Washington - Die palästinensische Führung hat US-Präsident George W. Bush vor dessen Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon eindringlich vor der Zerstörung des Nahost-Friedensprozesses gewarnt. Falls die USA der Annexion von Teilen des Westjordanlands durch Israel zustimmen sollten, würde dies das vollständige Ende des Friedensprozesses bedeuten, erklärte Präsident Yasser Arafat am Mittwoch in Ramallah. Ministerpräsident Ahmed Korei warnte die US-Regierung davor, den israelischen Forderungen nachzugeben. Israel müsse sich an den internationalen Friedens-Fahrplan ("Roadmap") halten.

Korei betonte vor Journalisten in Ramallah, die USA könnten den Friedensprozess ruinieren, wenn sie nur einer Seite schriftliche Garantien übermittelten. Der Premier warnte, die Lage sei "sehr ernst". Das palästinensische Kabinett wolle sich zu einer Dringlichkeitssitzung versammeln, um die Ereignisse in Washington ständig zu verfolgen.

Israelische Siedler haben unterdessen eine groß angelegte Kampagne gegen den Plan des israelischen Regierungschefs zum Abzug aus dem Gaza-Streifen gestartet. Hunderte Siedler würden persönlich bei Mitgliedern von Sharons Likud-Partei vorsprechen, berichtete der Militärrundfunk am Mittwoch. In den Gesprächen sollten die Parteimitglieder dazu gebracht werden, sich Sharons Vorhaben zu widersetzen. Am 2. Mai will Sharon seine Vorschläge den rund 200.000 Mitgliedern seiner Partei zur Abstimmung vorlegen. In der rechtskonservativen Partei gibt es starke Vorbehalte gegen das Vorhaben, das die Räumung von 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen und einigen Siedlungen im Westjordanland vorsieht. (APA/AP)

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