Infineon: Analysten erwarten Gewinneinbruch im zweiten Quartal

21. April 2004, 17:16
posten

Schwache Speicherchip-Preise als Hauptursache

Frankfurt - Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon, der auch in Österreich vertreten ist, dürfte Analysten zufolge angesichts schwacher Speicherchip-Preise (DRAMs) im zweiten Quartal 2003/04 einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht haben. Vor allem die Ertragssäule Automotive sowie ein gutes Abschneiden der Sparte Mobilfunkchips (Secure Mobile Solutions) sollten aber - wie von den Münchenern angekündigt - das Abrutschen in die roten Zahlen verhindert haben. Mit der Vorstellung eines Nachfolgers für den Ende März überraschend abgetretenen Konzernchef Ulrich Schumacher rechnet kaum ein Experte.

Analysten gehen bei der Vorlage der Zahlen für das am 31. März endende zweite Quartal am Mittwoch kommender Woche von einem operativen Gewinnrückgang (Ebit) um rund zwei Drittel auf 24 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als Infineon wie viele Konkurrenten noch inmitten der Halbleiterkrise steckte, wäre dies allerdings immer noch eine deutliche Verbesserung. So hatten die Münchener in den ersten drei Monaten 2003, einem traditionell schwachen Quartal, noch ein Ebit von minus 223 Millionen Euro eingefahren.

Mageres Plus

Finanzchef Peter Fischl hatte nach Schumachers Abtritt erklärt, die Hoffnung auf Gewinne im zweiten Quartal habe sich erfüllt. Unter dem Strich ergibt sich den Analysten zufolge mit vier Millionen Euro im Durchschnitt allerdings nur ein mageres Plus. Im Vorquartal hatte der Überschuss noch 34 Millionen Euro betragen, ein Jahr zuvor war ein Verlust von 328 Millionen Euro angefallen.

Der deutliche Ergebnisrückgang im abgelaufenen Quartal ist nach Einschätzung der Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt vor allem Folge eines erneuten Abrutschens der DRAM-Sparte in die Verlustzone. Grund hierfür seien nach wie vor schwache Preise, tendenziell höhere Fertigungskosten sowie Anlaufkosten für den Aufbau der Flash-Produktion. Andere Experten sehen hier hingegen lediglich einen Gewinnrückgang. Im Vorquartal hatte der umsatzstärkste Konzernbereich noch einen operativen Gewinn von 57 Millionen Euro verbucht. Die Krisensparte "Drahtgebundene Kommunikation" (Wireline) soll früheren Angaben zufolge ohnehin erst im dritten Quartal 2003/04 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Der Umsatz im zweiten Quartal dürfte den Schätzungen zufolge mit rund 1,60 (Vorquartal 1,62) Milliarden Euro annähernd stagniert haben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum wäre dies eine Verbesserung von etwa acht Prozent. (APA/Reuters)

Share if you care.