Al Sadr zu bedingungslosen Verhandlungen mit US-Koalition bereit

15. April 2004, 19:34
80 Postings

Verhandlungsdelegation nominiert - Vorsitzender einer Schiitenpartei soll diese leiten - Iranische Delegation eingetroffen

Najaf/Bagdad - Der radikale Schiitenführer Moktada al Sadr ist zu bedingungslosen Verhandlungen mit der US-geführten Koalition im Irak bereit. Sadr sei bereit, den Empfehlungen der höchsten schiitischen Autorität in Irak, der Marjaija, zu folgen, sagte Sadrs enger Mitarbeiter Kais el Khasaali am Mittwoch in Najaf. Bisher hatte Al Sadr gefordert, dass die US-Armee sich aus den Wohngebieten der Stadt zurückziehen und festgenommene Anhänger entlassen müsse.

Delegation nominiert

Der radikale Schiitenführer Moktada al Sadr habe eine Delegation nominiert, um mit der US-Seite über einen Ausweg aus der Krise im Irak zu verhandeln. Die Delegation solle von dem Vorsitzender der schiitischen Partei Dawa-Organisation, Abdel Karim al Aanasi, geleitet werden. Die Dawa-Organisation ist eine Abspaltung der Dawa-Partei. Al Sadr hat damit nach Angaben seines Sprechers Kais el Khasaali alle Bedingungen für Gespräche über ein Ende des Aufstands seiner Anhänger im Irak zurückgezogen.

El Khasaali sagte am Mittwoch in der Pilgerstadt Najaf außerdem: "Al Sadr hat zugestimmt, sich an das zu halten, was die religiösen Autoritäten, die von Großayatollah Ali al Sistani repräsentiert werden, beschließen." Dies sei das Ergebnis mehrtägiger Diskussionen, an denen dem Vernehmen nach auch ein Sohn Al Sistanis beteiligt war. Al Sadr habe sich zu diesem Schritt entschlossen, "um den Besatzungstruppen keine Gelegenheit zu geben, die Krise und das Blutvergießen weiter zu eskalieren", fügte der Sprecher hinzu.

Iranische Delegation eingetroffen

Zuvor war nach Angaben aus Sadrs Umgebung eine Delegation des iranischen Außenministeriums im Irak angekommen, um im Konflikt zwischen den US-geführten Besatzungstruppen und Schiiten zu vermitteln. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna will die Delegation mit Vertretern der US-geführten Koalition, mit irakischen Politikern und Religionsführern zusammentreffen. Nach Angaben des iranischen Außenministers Kamal Kharrazi hatten die USA Teheran um Vermittlung gebeten. (APA/Reuters/dpa)

Share if you care.