"Als hätte ich unter Drogen gestanden"

18. April 2004, 11:47
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Boxen: Dubioser Zusammenbruch von Wladimir Klitschko weiter ungeklärt - "Habe nie verbotene Präparate genommen"

Los Angeles - Auch drei Tage nach seinem spektakulären K.o. findet Boxprofi Wladimir Klitschko keine Erklärung für seinen dubiosen Zusammenbruch. Eines schloss der in Las Vegas im Weltmeisterschaftsduell um die vakante WBO-Krone gegen Lamon Brewster (USA) unterlegene Schwergewichtler indes aus: "Ich habe nie verbotene Präparate wie Steroide genommen. Ich bin promovierter Sportwissenschaftler, kenne die Wirkungsweise jedes Präparats, und es wäre totaler Unsinn, wenn ich irgendetwas schlucken würde", sagte der jüngere Klitschko-Bruder am Dienstag in Los Angeles der dpa.

Im Kampf gegen die Gerüchteküche

Im gemeinsamen Trainingscamp mit seinem Bruder Vitali wehrte er sich damit vehement gegen Gerüchte, die auch Dopingvorwürfe einschlossen. Wladimir Klitschko selbst sagte nach einer ersten Video-Analyse seines Kampfes: "Es sah so aus, als wenn ich unter Drogen stand."

Blutzuckerspiegel doppelt so hoch wie normal

Inzwischen wurde bekannt, dass der Blutzuckerspiegel von Wladimir Klitschko unmittelbar nach dem Kampf gegen Brewster nur um das Zweifache über dem normalen Wert lag. Bruder Vitali hatte am Vortag noch behauptet, er sei vier Mal höher gewesen als gewöhnlich. "Ich möchte dazu nichts weiter sagen. Ich brauche erst die genauen Analysen, erst dann lassen sich Rückschlüsse ziehen", meinte Wladimir Klitschko. Diese Analysen soll er frühestens am Wochenende erhalten.

Trainer-Duo bleibt

In der Fortsetzung seiner Karriere will Wladimir Klitschko am deutsch-amerikanischen Trainergespann Fritz Sdunek und Emanuel Steward festhalten. "Ich war sehr zufrieden mit beiden. Ich war noch nie so gut vorbereitet auf einen Kampf wie gegen Brewster. Ich war auch psychisch super drauf", stellte er fest. Nach dem erstmaligen Video-Studium seines Kampfes gegen Brewster fühlte er sich in seiner Meinung bestätigt. "So wie ich verloren habe, ist es kein psychologisches Problem. Nach der ersten Runde habe ich keine Luft mehr bekommen, nach der zweiten Runde kam ich kaum noch vom Stuhl hoch. Was ich da gesehen habe, war nicht Wladimir Klitschko. Ich konnte nicht richtig reden, meine Zunge war wie eingeklemmt. Ich konnte kein Auge aufmachen, es sah aus, als würde ich unter Drogen stehen", sagte der Ex-Champion vom Hamburger Universum Boxstall.

Keine Ausreden

Eine Entschuldigung oder Ausrede für sein Debakel von Las Vegas, das ihm in den Medien unter anderem die Bezeichnung "Dr. Weichei" einbrachte, wollte Wladmir Klitschko nicht finden. "Ich habe verloren, so ist es, daran lässt sich nichts mehr ändern", sagte der Ukrainer. An seiner Aussage, seine "Karriere unbedingt fortsetzen zu wollen", lässt er keinen Zweifel.

Vitali Klitschko gegen Sanders

Doch nun gilt seine Konzentration und Aufmerksamkeit erst einmal seinem Bruder Vitali, der am 24. April in Los Angeles um den vakanten WM-Titel der WBC gegen Sanders boxt. Aus seiner K.o.-Niederlage werde Vitali zusätzliche Kraft schöpfen, glaubt Wladimir. Schon deshalb ist der 28-jährige Boxprofi davon überzeugt, dass sein Bruder souveräner Weltmeister wird. (APA/dpa)

Ansichtssache

Klitschko im Ringstaub

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Klitschko

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    Wladimir Klitschko scheiterte letztes Wochenende am Weg zum WBO-Schwergewichts- Champion: "Ich habe verloren, so ist es, daran lässt sich nichts mehr ändern."

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