US-Rechtsprofessor kritisiert Inhaftierungen in Guantanamo

15. April 2004, 07:58
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Keine einklagbaren Rechte - Welt solle nicht tatenlos zusehen

Hamburg - Der amerikanische Rechtsprofessor David Cole hat die Inhaftierung mutmaßlicher islamistischer Terroristen im US-Militärlager Guantanamo auf Kuba scharf kritisiert. "Die Regierung Bush ist der Ansicht, die Gefangenen, die ohne Anklageerhebung, ohne Strafverfahren, Prozesse oder Zugang zu Verteidigern festgehalten werden, besäßen keinerlei vor irgendeinem Gericht dieser Welt einklagbare Rechte", schreibt Cole in der Wochenzeitung "Die Zeit".

Nach Ansicht des Professors, er an der Georgetown University in Washington lehrt, glaubten die Vereinigten Staaten "mit ihnen machen zu können, was sie wollen". Die Welt solle nicht tatenlos zuschauen, fordert Cole. Für ihre Politik würden die USA einen hohen Preis zahlen: "Weniger Zusammenarbeit im Krieg gegen den Terrorismus und mehr Zulauf für ihre Feinde." Am 20. April wird sich das Oberste Gericht Amerikas mit dem Schicksal der rund 600 Gefangenen in Guantanamo befassen. Ein Urteil wird für Mitte des Sommers erwartet. (APA/dpa)

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