Sprecher der Simpsons wollen mehr Geld: Verhandlungen bisher gescheitert

25. April 2004, 10:11
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Produzent Fox will auf Forderungen nicht eingehen und stellt eine verkürzte Staffel für den Herbst in Aussicht

Der animierten Sitcom-Familie "Die Simpsons" hat es in der für Herbst geplanten Staffel die Sprache verschlagen. Der Grund dafür ist in der realen Welt der Produzenten zu suchen. Die Verhandlungen mit den Sprechern der animierten Figuren über eine Erhöhung ihrer Gagen sind bisher gescheitert, berichtet die New York Times (NYT). Die Schauspieler, die nicht nur Homer, Marge, Bart und Lisa ihre Stimmen leihen, fordern eine Verdreifachung ihrer Einkünfte und zudem eine Beteiligung am Gewinn der erfolgreichen TV-Sitcom. Der US-Sender und Produzent Fox will darauf nicht eingehen und stellt eine verkürzte Staffel für den Herbst in Aussicht.

"Extravagant hoch"

Die Forderungen der sechs Schauspieler seien "extravagant hoch", so ein Vertreter von Fox gegenüber der NYT. Die Schauspieler Dan Castellaneta (Homer), Julie Kavner (Marge), Nancy Cartwright (Bart), Yeardley Smith (Lisa), Hank Azaria (Moe, Apu und andere) und Harry Shearer (Mr. Burns und andere) wollen laut NYT pro Episode 360.000 Dollar plus eine prozentuelle Beteiligung am Gewinn der Serie. Bisher bekommen sie 125.000 Dollar, beim Start der Show im Jahr 1989 waren es nur 3.000 Dollar. Die Künstler argumentieren, dass ihre Stimmen den Animationen erst Leben und Persönlichkeit einhauchen. Sie sprechen gemeinsam rund 40 Charaktere der Serie, die regelmäßig auftreten. Zudem seien die Künstler nun bereits seit 15 Jahren dabei und hätten daher einen wesentlichen Teil zum Erfolg der Serie beigetragen.

Vergleich: Sprecher von Real-Serien und Animationen

Fox meint jedoch mit dem Vergleich mit Stars wie den Schauspielern von "Friends" oder anderer Real-Serien haben sich die Sprecher der Simpsons-Charaktere übernommen. Die Identifikation sei nicht in dem Ausmaß gegeben. Dennoch geht es bei dem Streit um die Frage, inwieweit die Stimmen von animierten Figuren für den Erfolg des Films mitverantwortlich sind. Angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Animationsfilmen eine entscheidende Frage. Fox argumentiert, dass die Kosten für die Produktion von Animationsfilmen enorm steigen würden, wenn die Sprecher genauso bezahlt werden wie Schauspieler in Real-Filmen.

Fox will sich zu Umsatz und Gewinn, den die Simpsons dem Unternehmen seit 1989 gebracht haben, nicht äußern. Eine Finanzanalyse, die die Schauspieler vorgelegt haben, geht aber von 2,5 bis drei Mrd. Dollar Gewinn seit dem Start der Serie aus. Diese Einschätzung halten Branchenkenner laut NYT für möglich, wenn man alle Einnahmequellen (Werbeeinnahmen, TV-Lizenzen im In- und Ausland, Merchandising, DVD) zusammen nimmt. Ein Teil der Einnahmen geht aber auch an Serienschöpfer Matt Groening und Produzent James L. Brooks. (pte)

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    foto: fox
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