Staatliche Telekom dominiert Sloweniens IT-Branche

22. April 2004, 10:59
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Zweiter Platz an Mobilfunk-Tochter Mobitel - Mobilkom Austria-Tochter SiMobil fühlt sich benachteiligt

Die staatliche Telekom Slovenije hat ihre Position als Sloweniens führendes Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche erfolgreich verteidigt. Laut einer jährlich vom Wirtschaftsmagazin "Gospodarski vestnik" erstellten Rangliste hat die Telekom Slovenije 2003 bei einem Umsatz von 85,7 Mrd. Tolar (359 Mio. Euro) einen Nettogewinn von 10,3 Mrd. Tolar erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigt 2.697 Mitarbeiter.

Telekom und Mobilkom

Den zweiten Platz in der Rangliste belegt die Telekom-Tochter Mobitel, gefolgt vom Elektronik-Produzenten Iskratel und dem Mobitel-Konkurrenten SiMobil, einer Tochter der Mobilkom Austria. Mobitel hat im vergangenen Jahr mit 819 Beschäftigten Erträge in Höhe von 71,86 Mrd. Tolar und einen Nettogewinn von 3,98 Mrd. Tolar erzielt. Iskratel hatte bei der gleichen Anzahl von Mitarbeitern einen Umsatz von 60,23 Mrd. Tolar und einen Nettogewinn von 3,93 Mrd. Tolar. SiMobil hat das Jahr 2003 mit Erlösen in Höhe von 18,6 Mrd. Tolar und einem Nettoverlust von 3,96 Mrd. Tolar abgeschlossen.

"Glücklich sind wir nicht"

Bei der SiMobil-Mutter Mobilkom Austria fühlt man sich von den slowenischen Behörden grob benachteiligt. "Glücklich sind wir nicht, wie sich die Dinge in Slowenien entwickeln", sagte der Regulierungsexperte der Mobilkom Austria, Alexander Zuser. "Die Skurrilität schlechthin" sei die Tatsache, dass die SiMobil mit einem Marktanteil von unter 25 Prozent bei nur zwei Mobilfunk-Anbietern offiziell als Unternehmen mit einer marktbeherrschenden Stellung behandelt werde - und entsprechend strenge Auflagen erfüllen müsse. Benachteiligt werde man auch bei den Mietleitungs- und den Zusammenschaltungsgebühren (Interconnection Fees).

Der Staat halte über die Telekom Slovenije und ihre Tochter Mobitel seine schützende Hand, und die Regulierungsbehörde bleibe untätig, kritisierte Zuser, der sich allerdings eine Verbesserung der Situation durch den EU-Beitritt Sloweniens am 1. Mai erwartet.(APA)

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