Vorsicht vor Viren auf dem Handy

22. April 2004, 11:01
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Nachgewiesen: Trojaner für Nokia- Mobiltelefone - Geräte mit Symbian, Palm oder Windows als Betriebssystem besonders anfällig

Handys, die auf offenen Plattformen basieren, sind vor Viren, Trojanern und anderen Schädlingen nicht gefeit. Solange Hardware- und Betriebssystemhersteller keinen wirksamen Schutz anbieten, sollten Anwender nur nach sorgfältiger Prüfung Software auf ihrem Handy installieren, rät das IT-Magazin iX in seiner aktuellen Ausgabe.

Symbian OS, Palm OS oder Windows Smartphone

Die Angriffe reichen vom Stilllegen des Telefons über Anrufe bei kostenpflichtigen Nummern und Änderungen in den abgelegten Daten bis zum Ausspionieren vertraulicher Daten. Mobiltelefone, die auf offenen Plattformen wie Symbian OS, Palm OS oder Windows Smartphone basieren, sind leichte Angriffsziele. Dies zeigte auch der von der iX-Redaktion zu Testzwecken erstellte Trojaner für die Nokia SymbianOS/ Series 60. Schnell und ohne besondere Hilfsmittel mit öffentlich zugänglichen Informationen erstellt, versendete er vom Anwender unbemerkt das komplette Adressbuch per SMS. Selbst die sonst übliche Kopie im Ausgangsordner fehlt.

Besonders anfällig für Angriffe

Die freie Programmierbarkeit in System- wie Skriptsprachen macht die aktuellen Smartphones besonders anfällig für Angriffe von außen. Ihre Betriebssysteme bieten eine umfassende Infrastruktur von Diensten und Anwendungsprogrammen an. Die Betriebssysteme sind allesamt Multitasking-fähig und erlauben es, Anwendungen als ständige Hintergrundprozesse zu betreiben: ausgehende Wählverbindungen aufbauen, eingehende Anrufe annehmen, ankommende Kurzmitteilungen analysieren und versandte Meldungen modifizieren. Installierte Anwendungen vermögen sich in den Bootprozess des Telefons einzuklinken und so den Neustart des Geräts zu überdauern.

Schutz

Da weder Betriebssystem noch Geräte bislang irgendwelche Schutzmechanismen bieten und die Hersteller von Virenscannern den mobilen Markt noch eher zweitrangig behandeln, bleiben Anwender auf sich gestellt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sie nur Programme installieren, deren Herkunft durch ein gültiges Zertifikat einwandfrei nachweisbar ist. Seriöse Portale haben kein Interesse daran, Schadprogramme zu verbreiten und testen deshalb von ihnen vertriebene Anwendungen. "Bis auf weiteres sollte man sich deshalb bei der Installation von Programmen die Frage stellen: Brauche ich das wirklich auf meinem Telefon?", so iX-Redakteur Christian Kirsch. (red)

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