Chello Österreich erhöhte Kundenzahl um 10 Prozent

27. April 2004, 10:18
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Chello-Regionalchefin: Osteuropa hinkt Österreich beim Internet um zwei bis drei Jahre hinterher

Der Kabel-Internetanbieter Chello, Tochter der börsenotierten UPC Europa (NL), hat in Österreich 2003 die Kundenzahl um 10 Prozent auf 205.800 gesteigert, erklärte am Mittwoch die Chello-Chefin für die Mittel- und Osteuroparegion, Michaela Adami-Schrott, vor Journalisten. Am stärksten sei der polnische Markt gewachsen, der gar um 130 Prozent zulegte (Kunden: 32.600). In Ungarn, wo man wie in Polen seit vier Jahren vor Ort ist, betrug das Kundenwachstum demnach gut 46 Prozent (Kunden: 41.300). Insgesamt wachse die Telekom-Branche in Osteuropa doppelt so schnell wie in der EU.

Nächstes Ziel Rumänien

In Tschechien und der Slowakei, wo Chello seit 2003 vertreten ist, habe man inzwischen 24.400 bzw. 2.500 Kunden. Als nächstes will Adami-Schrott Rumänien erobern, einen Starttermin gebe es aber noch nicht. Auffallend sei bei allen osteuropäischen Ländern, dass sie ins Internet gleich über einen Breitbandanschluss (ADSL oder Kabel) einsteigen und nicht erst einmal mit einem günstigeren Schmalbandangebot in das World Wide Web schnuppern. Auf Grund der zum Einkommen vergleichsweise teuren Computer würden die Konsumenten Kombiangebote aus Internetzugang mit gestützten PCs bevorzugen - ähnlich wie das hierzulande am Handymarkt funktioniert, so die Chello-Regionalchefin.

"Schritt in die richtige Richtung"

Bei der Internetnutzung hinken laut Chello die osteuropäischen Länder Österreich um zwei bis drei Jahre hinterher, gleichzeitig habe Österreich gegenüber Schweden, Norwegen und den Niederlanden einen Rückstand von einem Jahr. Das sei nicht zuletzt darauf zurück zu führen, dass in diesen Ländern die Kabelnetzbetreiber enger kooperieren. Die österreichische Lobbyingorganisation Multimedia Austria "ist aber der Schritt in die richtige Richtung", so Adami-Schrott. Zu konkreten Gesprächen über eine Zusammenarbeit mit anderen Anbietern, wie sie Chello bereits mit Telesystem Tirol hat, wollte sich Adami-Schrott nicht äußern.

"Kompetenzzentrum"

Dass Chello Österreich als Regionales Hauptquartier für Mittel- und Osteuropa künftig lohnintensive Bereiche ins Ausland auslagern könnte, schließt die Chello-Chefin aus. Schließlich habe man hier das "Kompetenzzentrum", bis auf einen Mitarbeiter würde die ganze Belegschaft für die Region in Wien sitzen - insgesamt 15 Mitarbeiter. Chello hat konzernweit (Niederlande, Belgien, Frankreich, Norwegen, Schweden, Ungarn, Polen, Slowakei, Tschechien und Österreich) nach Eigenangaben 750.000 Kunden. In Wien sei man Marktführer im Bereich Breitband-Internet.(APA)

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