Rüge von der Präsidentenmutter

21. Juli 2004, 19:02
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"Ma Mbeki": "Regierungsbilanz läßt zu wünschen übrig" - Staatschef und ANC hätten mehr machen können

Johannesburg - Epainette Mbeki (88), die Mutter des südafrikanischen Staatspräsidenten Thabo Mbeki, hat am Mittwoch ihrem Sohn öffentlich die Leviten gelesen. Zu Beginn der dritten freien Wahlen seit dem Ende der Apartheid erklärte sie vor Reportern, die Regierungsbilanz Mbekis lasse zu wünschen übrig. "Aus der Sicht einer Mutter würde ich sagen: er hat sich wacker geschlagen, aber aus Sicht der Öffentlichkeit hätte er mehr tun können", versicherte die 88-jährige "Ma Mbeki", die in ihrem Heimatort Idutywa einen Gemischtwarenladen betreibt. Sie werde dennoch für ihren Sohn votieren, fügte die Präsidentenmutter hinzu.

Sie beanstandete vor allem das ihrem Empfinden nach ungenügende Tempo, mit dem Mbekis Afrikanischer Nationalkongress (ANC) die Reformen umsetzt. "Wir würden ein schnelleres Tempo bevorzugen, aber die Aussichten dafür sind gering", bedauerte die kritische alte Dame, die einst zu den ersten weiblichen Mitgliedern der Kommunistischen Partei Südafrikas gehört hatte. Auch mit der Durchsetzungsfähigkeit ihres Sohnes ist die Mutter unzufrieden. Als Staatsoberhaupt müsse er dafür sorgen, dass seine Anweisungen bis zur Basis durchdringen und befolgt werden, sagte Epainette Mbeki. (APA/dpa/AFP)

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    Die Mutter des südafrikanischen Präsidenten bei der Händedruckabnahme für "The Hall of Fame" der WiderstandskämpferInnen.

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