"Washington und London in Irak-Politik uneins"

14. April 2004, 13:04
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Persönliche Differenzen in Zivilverwaltungsspitze

London - Die USA und Großbritannien sind sich nach einem britischen Pressebericht in weiten Teilen der Irak-Politik uneins. So hätten Washington und London in der Frage der Demokratisierung unterschiedliche Auffassungen, zitierte der "Daily Telegraph" am Mittwoch Michael Rubin, einen ehemaligen Berater der US-geführten Zivilverwaltung. Auf Ablehnung in den USA seien insbesondere die britischen Versuche gestoßen, vom Südirak aus die Verbindungen zum Iran zu stärken. Dies sei eine "größere politische Entscheidung für das Weiße Haus", die nicht in der von den Briten kontrollierten südirakischen Stadt Basra getroffen werden dürfe. Der britische Premierminister Tony Blair reist am Donnerstag in die USA.

"Die meisten britischen Diplomaten" seien mit der Irak-Agenda von US-Präsident George W. Bush nicht einverstanden, sagte Rubin. Britische Politiker haben sich wiederholt besorgt über einen angeblich zu geringen Einfluss in der Zivilverwaltung geäußert, insbesondere nach dem Ausscheiden des früheren britischen UNO-Botschafters Jeremy Greenstock Ende März.

Greenstock und US-Zivilverwalter Paul Bremer sollen laut "Daily Telegraph" einander nicht ausstehen können. Das Blatt zitiert Quellen aus der Zivilverwaltung, nach denen Greenstock Bremer für "naiv" hält, während der US-Statthalter dem Briten die "falsche Politik" vorwerfe. (APA)

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