Austria Microsystems geht an Börse Zürich

14. April 2004, 17:16
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Steirische Chip-Schmiede mit Comeback am Kapitalmarkt nach fast vier Jahren

Graz/Wien/Zürich - Der steirische Halbleiter-Hersteller austriamicrosystems AG steht vor einem Börse-Comeback: Knapp vier Jahre nach dem Abschied vom Wiener Kapitalmarkt geht das Unternehmen mit Sitz in Unterpremstätten bei Graz an die SWX Swiss Exchange. Das Listing in Zürich ist in Form eines öffentlichen Angebots in der Schweiz und einer internationalen Privatplatzierung vorgesehen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Das Going-Public soll durch eine Kapitalerhöhung einen Erlös von rund 85 Mio. Euro bringen. Damit soll die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft für künftiges Wachstum gestärkt werden. Zudem will man langfristige Darlehen in Höhe von rund 55 Mio. Euro rückführen. "Der Börsengang gibt uns die notwendige finanzielle Stärke und Transparenz für unsere Kunden, um schnell und profitabel zu wachsen", erklärte Vorstandschef John Heugle am Mittwoch.

Privatisierung

Ende 2003 beschäftigte austriamicrosystems 806 Mitarbeiter. In dem am 31. Dezember beendeten Geschäftsjahr erzielte die Gruppe nach IFRS bei Umsätzen von 134,4 Mio. Euro (nach 129,2 Mio. Euro 2002) ein Ergebnis nach Steuern von 0,6 Mio. Euro. 2002 war nach Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen von 86,4 Mio. Euro noch ein Verlust nach Steuern von 61,0 Mio. Euro angefallen. In den ersten drei Monaten 2004 wurde bei 32,3 (25,2) Mio. Euro Umsatz ein Nachsteuerergebnis von 1,6 (-1,9) Mio. Euro ausgewiesen.

austriamicrosystems wurde 1981 gegründet und gehörte zur österreichischen Verstaatlichten, ehe es 1993 im Zuge einer Vollprivatisierung an die Wiener Börse gebracht wurde. Im Juni 2000 übernahm die Beteiligungsgesellschaft Permira, eine britische Private Equity-Firma, über die Aspern AG für 270 Mio. Euro alle Aktien und nahm die Gesellschaft von der Wiener Börse.

Noch keinen Termin für Börsegang

Für das nun bevorstehende öffentliche Angebot wurden Citigroup und UBS Investment Bank als Joint Global Coordinators beauftragt. Einen Termin für den Börsegang nannte das Unternehmen zunächst noch nicht.

Mit austriamicrosystems wird das zweite österreichische Unternehmen aus der Halbleiterbranche, nach dem Villacher Chipfertigungs-Ausrüster SEZ, an der Zürcher Börse notieren. (APA)

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