Rio de Janeiro will 4.000 Soldaten in Favelas einsetzen

16. April 2004, 18:33
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Forderung an Regierung nach 10 Toten am Osterwochenende - Sicherheits-Staatssekretär wies Forderung zurück

Rio de Janeiro - Nach einem blutigen Osterwochenende mit mehreren Toten haben die Behörden des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro 4.000 Soldaten zur Sicherung der Favelas (Elendsviertel) in der gleichnamigen Metropole angefordert. Bis zum Jahresende solle die Bundesregierung 4.000 "gut ausgebildete" Militärs wie Fallschirmjäger oder Soldaten von Eliteeinheiten bereitstellen, um einen "taktischen Zirkel" um die gefährlichsten Favelas von Rio zu ziehen, sagte der Sicherheits-Staatssekretär von Rio de Janeiro, Anthony Garotinho, am Dienstag vor Journalisten.

Er berief sich auf eine Äußerung von Justizminister Marcio Thomaz Basto, der am Montag einen Einsatz der Armee zur Sicherung von Recht und Ordnung in Rio de Janeiro erwogen hatte.

Bei einem Bandenkrieg waren an Ostern in der größten Favela Rocinha zehn Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Polizisten und vier Drogenhändler. Der Sicherheits-Staatssekretär auf Bundesebene, Luis Fernando Correa, wies die Forderung nach einem Armee-Einsatz in Favelas zurück. Die Lage in der größten Favela von Rio de Janeiro oberhalb der südlichen Wohngebiete der brasilianischen Metropole sei unter Kontrolle. In dem Elendsviertel leben rund 60.000 Menschen. Am Dienstag waren noch rund 1200 Polizisten dort im Einsatz. (APA)

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