Eishockey: Der Meister heißt KAC

14. April 2004, 18:47
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Ein 3:2-Sieg in der Verlängerung des fünften Spiels der Finalserie gegen Villach sicherte den 28. Titel für die Klagenfurter

Klagenfurt - Der KAC ist zum 28. Mal österreichischer Eishockey-Meister. Die Roten gewannen am Dienstagabend in Klagenfurt das fünfte und entscheidende Finalspiel der "best of five"-Serie gegen den Villacher SV 3:2 n.V. (0:1,1:0,1:1/1:0). Den Siegestreffer für den Rekord-Champion erzielte David Schuller nach einer sehenswerten Soloaktion nach 5:18 Minuten der Verlängerung.

Villacher-Führung

Das alles entscheidende Match in der mit 5.200 Zuschauern restlos gefüllten Stadthalle in Klagenfurt entwickelte sich zu einer echten Nervenschlacht. Der KAC, der den Grunddurchgang souverän gewonnen hatte und in der Serie bereits 2:0 voran gelegen war, machte zwar von Beginn an das Spiel, biss sich aber an der überaus clever agierenden VSV-Abwehr die Zähne aus. Die Villacher verlegten sich aufs Kontern - mit Erfolg, denn in der 19. Minute stellte Sean Selmser nach einem von Roy eingeleiteten "fast break" und Doppelpass mit Marco Pewal auf 1:0 für die Gäste.

Erst in der 28. Minute gelang es den Klagenfurtern, den erneut in Hochform agierenden VSV-Goalie Gert Prohaska zu bezwingen: Matti Kaipainen traf im Powerplay zum 1:1. Im letzten Drittel herrschte dann Dramatik pur, wobei erneut die Gäste aus Villach in Führung gingen: Günther Lanzinger (51.) erzielte nach einem schnellen Konter sein 21. Saisontor und zog mit seinem Teamkollegen Selmser gleich. Doch postwendend, nur 20 Sekunden später, sorgte Thomas Koch, der so wie Kaipainen 23 Saisontore schoss, mit dem Ausgleichstreffer wieder für Riesenjubel unter den KAC-Fans, die in der Verlängerung um die Fitness von Goalie Andrew "Magic" Verner bangen mussten. Der Kanadier hatte sich im Finish eine Fleischwunde am rechten Ellbogen zugezogen, die während der Pause vor der Overtime genäht worden war.

Steirer-Tor brachte Entscheidung

In der Verlängerung lagen die Nerven dann endgültig blank. Doch der 23-jährige Steirer David Schuller nahm sich ein Herz, trat unwiderstehlich an, ließ den routinierten VSV-Verteidiger Herbert Hohenberger sowie Torhüter Prohaska aussteigen und besiegelte den "sudden death" des Lokalrivalen aus Villach. "Das war eine super Werbung für Österreichs Eishockey. Hut ab vor Villach, sie haben eine tolle Mannschaft. Ich bin überglücklich, denn unsere Mannschaft war bereit alles zu geben", lautete der erste Kommentar von KAC-Routinier Gerald Ressmann, der sich speziell beim die ganze Saison lang überragenden Tormann Verner bedankte.

"Leider gibt es nicht zwei Meister"

"Es war eigentlich Glück, wir werden das alles erst in ein paar Tagen realisieren. Das ist sportlich sicher mein schönster Tag", jubelte Matchwinner Schuller nach seinem unglaublichen Siegtreffer.

Sein Trainer Jorma Siitarinen blieb finnisch coll: "Wir hätten eigentlich schon das dritte Spiel gewinnen müssen. Die Finalserie war aber sicher eine riesige Werbung fürs Eishockey. Besser kann man es eigentlich nicht machen. Vor allem VSV-Stürmer Kaspitz hat uns in allen fünf Spielen große Probleme bereitet."

"Man muss damit leben und ein guter Verlierer sein", meinte VSV-Kapitän Hohenberger, der wesentlichen Anteil daran hatte, dass Villach zum sechsten Mal in Serie das Endspiel erreicht hatte. "Es war eigentlich schade, dass heute eine Mannschaft verlieren musste", brachte es KAC-Kapitän Emanuel Viveiros auf den Punkt. "Wir waren aber in Summe die konstanteste Mannschaft der Liga, deswegen ist der Titel verdient. VSV-Trainer Greg Holst bedauerte ebenfalls, "dass es leider nicht zwei Meister gibt. Der Sport ist manchmal brutal." (APA)

Resultat fünftes Spiel der Finalserie:

  • KAC - VSV 3:2 n.V. (0:1,1:0,1:1/1:0). Klagenfurter Stadthalle, 5.200 (ausverkauft), Schiffauer/Neuwirth/Peiskar. Tore: Kaipainen (28./PP), Koch (52.), Schuller (66.) bzw. Selmser (19.), Lanzinger (51.). Strafminuten: 16 bzw. 16 plus zehn Disziplinarstrafe gegen Selmser (wegen Kritik)

    Bisherige Finalspiele: 3:2 (h), 2:1 n.P. (a), 1:2 (h), 3:5 (a)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Philippe Horsky im Duell mit VSV-Goalie Gert Prohaska

    • Sieger auf Eis.

      Sieger auf Eis.

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