Straßenschlachten in Kopenhagener Freistaat Christiania

14. April 2004, 19:11
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Vierstündige Kämpfe zwischen Polizei und Jugendlichen

Nach stundenlangen gewaltsamen Auseinandersetzungen in dem Kopenhagener Freistaat Christiania hat die Polizei zwölf Menschen festgenommen. Medienberichten zufolge lieferten sich am Dienstag etwa 100 Jugendliche mit ebenso vielen Polizisten mehr als vier Stunden lang Straßenschlachten in dem Hippie-Viertel der dänischen Hauptstadt. Ein Polizeisprecher sagte, die Zusammenstöße hätten sich an einer Festnahme entzündet.

Zunächst habe jemand einem Beamten einen Ball ins Gesicht geworfen. Dann seien die Polizisten mit Steinen beworfen und Feuerwerkskörpern beschossen worden. Als sich die Nachricht von der Straßenschlacht verbreitet habe, seien Jugendliche aus allen Stadtteilen hinzugestoßen. Die Polizei habe die Lage mittlerweile aber im Griff und versuche sich zurückzuziehen.

Verstärkte Kontrollen

Die Behörden hatten in den vergangenen Wochen ihre Kontrollen in Christiania verstärkt, nachdem die Regierung Mitte März angekündigt hatte, dass die selbstverwaltete Siedlung ihre Sonderstellung ab 1. Jänner 2006 verlieren soll.

Das alternative Wohnprojekt war 1971 auf einem verlassenen Kasernengelände der dänischen Armee errichtet worden. Die quasi staatliche Unabhängigkeit Christianias ermöglichte unter anderem den ungestörten Handel mit Drogen wie Haschisch, der Christiania zu einer Attraktion vor allem für jüngere Kopenhagen-Besucher machte. In den vergangenen zwei Jahren hatte die dänische Regierung jedoch ihren Druck auf die Bewohner erhöht und ein Ende des Drogenhandels verlangt. (APA/AFP)

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