Al Sadr macht US-Vertretern Angebot

14. April 2004, 16:30
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USA belagern al Sadr in Najaf - Mehrere Explosionen in der heiligen Stadt

Bagdad - Der radikale Schiitenführer Moktada Al Sadr hat einen Vermittler beauftragt, US-Vertretern im Irak einen Vorschlag zur Beendigung der seit mehr als einer Woche anhaltenden Kämpfe im Süden des Landes zu unterbreiten. "Sajjed Moktada hat positive Vorschläge zur Beendigung der Krise gemacht. Ich kann die Details nicht nennen. Er ist sich darüber im Klaren, dass eine bewaffnete Konfrontation in niemandes Interesse liegt", sagte Abdelkarim Al Ansi am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in Bagdad. Die US-Armee hat inzwischen Truppen bei Najaf zusammengezogen, wohin sich al Sadr zurückgezogen hat, und angekündigt, den Schiitenführer entweder zu töten oder gefangen zu nehmen.

Treffen mit Regierungsrat und US-Vertretern

Er werde die Vorschläge noch am Mittwoch mit Mitgliedern des von der US-Zivilverwaltung eingesetzten Regierungsrat diskutieren, bevor er US-Vertreter treffe, sagte Al Ansi weiter. Er sprach mit Al Sadr eigenen Angaben zufolge am Dienstag in Najaf. Der Aufstand von Al Sadrs Anhängern hat vor einer Woche begonnen und innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Zentren der schiitischen Bevölkerungsmehrheit im Land erfasst, auf deren Zusammenarbeit die US-geführte Besatzung sich bislang stützte.

Zum Truppenaufbau rund um Najaf sagte US-Brigadegeneral Mark Kimmit: "Wir sehen gegenwärtig in der Gegend von Najaf eine bedeutende Gefahr, namentlich durch Moktada Al Sadr und seine Milizen. Wir werden unsere Kräfte zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz haben, um ihn zu fassen und die Gewalt zu beenden - so einfach ist das." Al Sadrs Sprecher Kajs Al Chasali warnte die USA vor einem solchen Schritt. "Im Moment haben sie es mit einem Aufstand zu tun, aber wenn sie Al Sadr verletzen, werden sie eine Massenrevolution in ganz Irak erleben. Wir werden eine Zeitbombe sein", sagte er.

Unterschiedliche Signale von Al Sadr

Von Al Sadr selbst waren am Dienstag unterschiedliche Signale gekommen. Nach Verhandlungen mit einer Delegation schiitischer Abgesandter hieß es, er habe Bereitschaft zu einem Kompromiss zur Beendigung der Rebellion erkennen lassen. In einem Interview mit dem libanesischen Fernsehsender El Manar sagte er dagegen: "Ich bin bereit, mich zu opfern und ich rufe das Volk auf, nicht zuzulassen, dass mein Tod dem Kampf für die Freiheit und gegen die Besatzung ein Ende setzt."

Der Aufstand der Anhänger Al Sadrs hat eine zweite Front gegen die Besatzungstruppen eröffnet. In Falluja westlich von Bagdad kämpfen sie mit sunnitischen Rebellen. Hier herrscht derzeit eine brüchige Waffenruhe. (Reuters)

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