USA: Kerry fordert politische Strategie für den Irak

16. April 2004, 15:04
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Designierter demokratischer Präsidentschaftskandidat fordert: UN sollen zentrale Rolle erhalten

Washington - Angesichts der eskalierenden Gewalt in Irak hat der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, John Kerry, eine politische Strategie von der US-Regierung gefordert. "Das Militär allein kann keinen Frieden in Irak schaffen", schrieb Kerry in einer Kolumne der "Washington Post" (Dienstagsausgabe).

Außerdem müsse enger mit internationalen Partnern zusammengearbeitet werden. Während die USA weiter für die Sicherheit des Landes verantwortlich sein sollten, müssten die UN - und nicht die USA - eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau des zivilen Lebens spielen.

Senator Kerry befürwortet das jüngste UN-Engagement in Irak. Mitarbeiter der Vereinten Nationen sollen dem irakischen Verwaltungsrat helfen, bis zum 30. Juni eine Übergangsregierung zu bilden. Nach Kerrys Worten müssen notfalls die US-Truppen verstärkt werden.

"Wenn unsere Befehlshaber mehr Soldaten wünschen, sollten wir sie auch einsetzen." Unter der Führung der USA sollten auch die NATO-Staaten Soldaten nach Irak entsenden. Das Land brauche außerdem mehr Unterstützung bei der Ausbildung von Soldaten und Polizisten.

Die US-geführten Koalitionstruppen stehen wegen der Gewaltausbrüche und Dutzender entführter Ausländer unter Druck. Seit vergangener Woche haben Aufständische mindestens 40 Zivilisten aus zwölf Ländern verschleppt, ein Teil der Geiseln befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. (APA/AP)

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