Veterinärprüfung im Saustall

14. April 2004, 19:21
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Innviertler Schweinemastbetrieb bleibt im Kreuzfeuer der Kritik

In Zusammenhang mit den möglichen Missständen in einem Innviertler Schweinemastbetrieb - DER STANDARD berichtete - setzt das Land Oberösterreich jetzt auf verschärfte Maßnahmen. Am Dienstag vereinbarten Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne), Veterinärlandesrätin Silvia Stöger (SP) und Agrarlandesrat Josef Stockinger (VP) in einem telefonischen Krisengipfel eine sofortige Kontrolle des Betriebes durch die Veterinärbehörden.

"Wir werden jetzt nicht mehr länger zuwarten, sondern sofort handeln", sagte Michael Hammer vom Büro Stockinger zum STANDARD. Noch am Dienstagnachmittag begannen Experten damit, den Mastbetrieb mit seinen rund 3600 Schweinen - gegen den es bereits ein Gerichtsverfahren gab und zahlreiche Anzeigen noch bei den Behörden aufliegen - genau unter die Lupe nehmen. Es gehe darum, durch die Untersuchungen eine "aktuelle Bestandsaufnahme zu bekommen".

Mögliche Schließung

Untersucht werde nach allen Tierschutz-, Veterinär-und Futtermittelvorschriften. "Vor allem werden den Schweinen Blutproben entnommen, um mögliche Me- dikamentenrückstände nachzuweisen", erklärt Hammer. Sollten bei den Untersuchungen "massive Mängel" aufgedeckt werden, werde es "zu einem sofortigen Verkaufsverbot oder einer vorübergehenden Schließung kommen", so Hammer. Die bei dem Lokalaugenschein gesammelten Ergebnisse werde man in den nächsten Tagen auswerten und "zum Inhalt eines neuerlichen Krisengipfels machen".

Parallel zu den laufenden Untersuchungen habe es aber auch eine schriftliche Aufforderung an das Landesgericht Ried gegeben, anhängige Verfahren "zu beschleunigen". Auch Stöger sieht das Problem bei Gericht: "Die lange Verfahrensdauer zeigt, dass die juridischen Voraussetzungen beim zuständigen Landesgericht Ried nicht ausreichend sind." (mro/DER STANDARD; Printausgabe, 14.4.2004)

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