Kolportiert: Klestils Privatzoo geht mit in Pension

23. April 2004, 13:36
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Für Logis, Kost und Pflege muss der "Pferdeflüsterer" weiter selbst aufkommen

Sechs Araberpferde (Safiyah, Hafil, Mustaq und Petra, die Namen der anderen sind nicht bekannt), zwei Dromedare (Sahid und Shabwa), zwei Labradorwelpen (Orchidea und Olga) - der Privatzoo von Bundespräsident Thomas Klestil ist stattlich, und er kostet eine Menge Geld.

Wenn Klestil mit Juli in Pension geht, wird sich daran nichts ändern. Die Tiere sind Privatgeschenke an das Präsidentenpaar, Logis, Kost und Pflege laufen auch nach Amtsende auf das Privatkonto des ehemaligen Hofburg-Herrn.

Teure Pferde

Am teuersten kommen "Pferdeflüsterer" Klestil (so nennt ihn seine Frau Margot Klestil-Löffler) dabei die sechs Pferde, Gastgeschenke des saudischen Königs Fahd. Rund 500 Euro pro Tier und Monat kostet die Einstellung in der Wiener Freudenau, macht in Summe allein für Klestils Reitstall den stolzen Betrag von 3000 Euro. Die Miete für die Pferdeboxen wird jeweils mit Monatsende verlängert.

Margot Löffler kocht für Hunde

Billiger sind da schon die Renndromedare. Sie sind bis auf weiteres im Tiergarten Schönbrunn untergebracht. Da die Tiere einen gewissen "Schauwert" haben, hat Tiergartenchef Helmut Pechlaner bei den Einstellungskosten nachgelassen. Das ist bei kostbaren und seltenen Exemplaren durchaus üblich. Die monatliche "Patengebühr" für Sahid und Shabwa beträgt somit - vergleichsweise günstige - 180 Euro. Dass sie nach Amtsende mit in die Klestilsche Privatvilla in Wien-Hietzing übersiedeln werden, ist unwahrscheinlich. Die Dromedare brauchen einen Stall und viel Auslauf. Am unkompliziertesten sind da schon die beiden Labradorwelpen, Geschenke des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie werden zu Hause verköstigt, First Lady Margot Löffler ist stolz, selber für sie zu kochen.

In Summe geben die Klestils pro Monat also etwa 3200 Euro für ihre Menagerie aus. Eine große Belastung, schließlich muss Klestil von seinem 21.000-Euro-Bruttomonatsgehalt auch noch seinen Pensionsbeitrag (6600 Euro), seinen Dienst-Mercedes (520 Euro) und den Unterhalt für seine erste Frau Edith (4500) Euro zahlen. Netto bleiben ihm da nicht viel mehr als 2600 Euro - Klestil steigt also monatlich mit einem Verlust von knapp 600 Euro aus.

23.300 Euro Pension

So gesehen bringt die Pension für ihn eine Erleichterung in doppelter Hinsicht: Klestil hat mehr Zeit, sich um seine Schützlinge zu kümmern, und auch finanziell wird es etwas weniger eng. Denn der Präsident wird eine Bruttopension von etwa 23.300 Euro monatlich beziehen - um 2300 Euro mehr als sein Aktivbezug. Rein tiertechnisch gerechnet spart sich Klestil in der Pension also die Kosten für vier Pferde und zwei Dromedare. (Barbara Tóth/DER STANDARD, Printausgabe, 14.4.2004)

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    Thomas Klestil, Tierfreund

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