Skepsis zu pakistanischem Bericht über Atomwaffen in Nordkorea

15. April 2004, 19:31
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Südkorea nach Khan-Enthüllungen zurückhaltend - Cheney: Gespräche "forcieren"

Seoul - Südkorea hat sich zurückhaltend zu einem Bericht über Aussagen des Vaters der pakistanischen Atombombe, Abdul Qadeer Khan, geäußert, wonach er Atomwaffen in Nordkorea gesehen habe. Südkoreas Einschätzung der nordkoreanischen Atomwaffenprogramme bleibe trotz des Berichts unverändert, sagte Außenminister Ban Ki Moon in Seoul. Südkorea ging bisher davon aus, dass Nordkorea über ausreichend Plutonium für die Produktion von ein oder zwei Atombomben verfügt. Der Bericht über die Angaben Khans wird nach den Worten Bans derzeit überprüft.

Die "New York Times" hatte am Dienstag unter Berufung auf US-Regierungsbeamte berichtet, Khan habe vor fünf Jahren bei einem Besuch in Nordkorea in einer geheimen Nuklearanlage Atomwaffen gesehen und kurzzeitig inspiziert. Khan hatte Ende Februar gestanden, Atomtechnologie an den Iran, Libyen und Nordkorea weitergegeben zu haben. Die USA wollen zusammen mit Südkorea, China, Japan und Russland noch vor Ende Juni in Peking eine neue Runde der so genannten Sechsergespräche mit Nordkorea über die Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms aufnehmen.

Cheney: Gespräche "forcieren"

Der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney sprach sich während seines Besuchs in Peking inzwischen dafür aus, die Gespräche mit Nordkorea über ein Ende seines Atomwaffenprogramms zu forcieren. Die Zeit arbeite nicht unbedingt für die USA und die anderen vier beteiligten Staaten, sagte ein US-Sprecher, der Journalisten über die Gespräche Cheneys mit der chinesischen Führung unterrichtete. "Wir sind der Überzeugung, dass es wichtig ist, aggressiv voranzugehen." Die jüngste Entwicklung mache die Aufgabe noch dringlicher, sagte der Beamte. (APA/dpa)

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