Dicht gedrängt im Zentrum

18. April 2004, 22:18
posten

Wiener Bauprojekte sollen Clusterbildung fördern und Synergieeffekte bringen

Neue wirtschaftliche Impulse und die optimale Nutzung von Synergien verspricht sich der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) von einer Reihe neuer Standortprojekte. WWFF-Chef Bernd Rießland ist hoffnungsvoll: "Mit diesen Projekten wollen wir ideale Bedingungen für Forschungs-und Hochtechnologieunternehmen schaffen." Ziel sei es, durch großflächige Anlagen Industriecluster zu schaffen. "Wir erwarten, dass durch die räumliche Nähe verschiedener Firmen und Institutionen Kooperationen auf informeller Ebene gefördert werden."

Das Technologie- und Gründerzentrum Tech Base Vienna ist eines dieser Prestigeprojekte. Am Stadtrand von Wien soll ein Schwerpunkt im Bereich von Verkehrstechnik, Logistik und erneuerbarer Energie geschaffen werden. Die Phase der Projektplanung ist bereits abgeschlossen, die Bauarbeiten beginnen im Juni und laufen bis August 2005. Finanziert wird das Projekt im Rahmen einer Private-Public-Partnership-Vereinbarung: So werden 55 Prozent der Inves- titionen von der Raiffeisen-Gruppe getragen, weitere 30 Prozent entfallen auf die Vienna Region GmbH, die zur Hälfte dem WWFF gehört. Die restlichen 15 Prozent sind in der Hand des Zentrums für Innovation und Technologie, das wiederum eine Tochter des WWFF ist.

Der Hauptmieter der Anlage ist mit Arsenal Research bereits gefunden - die Wünsche des Forschungszentrums mit Schwerpunkt Energie wurden schon bei der Planung berücksichtigt. Mit verschiedenen Fachhochschulen stünde der Vertragsabschluss außerdem unmittelbar bevor, versichert Bernd Rießland.

Länderübergreifend

Im Tech Base soll aber auch Raum für ein länderübergreifendes Projekt im Bereich der Autoindustrie sein, das jeweils zur Hälfte aus nationalen und aus EU-Fördermitteln finanziert wird.

Ebenfalls als Public-Private-Partnership-Modell realisiert wurde das Vienna Bio Center. Die Prisma Holding, die über eine eigens gegründete Tochtergesellschaft mit 55 Prozent beteiligt ist, investierte zwölf Millionen Euro in die Erweiterung des Life Science Clusters im dritten Bezirk. Die rund 4500 Quadratmeter große Anlage soll sowohl Unternehmen als auch Universitäts- und Fachhochschulinstitute beherbergen und wird Ende April eröffnet.

Die Stadt Wien hat ihre Anteile an dem Projekt mittlerweile abgegeben und ist nun nur mehr über Competence Investment AG beteiligt, die vor kurzem auch die Gründe der ehemaligen Poliklinik erworben hat. Der Schwerpunkt des dort entstehenden Zentrums soll im Bereich Biotechnologie und -medizin liegen.

Technologiepark in Wien-Aspern

Der Technologiepark in Wien-Aspern ist ein weiteres Großprojekt: Der WWFF will in Kooperation mit dem Liegenschaftsnachbar Opel vor allem die Zulieferindustrie zur Schaffung eines Automotive Clusters einbinden. Wichtig für die Umsetzung des Projekts sei aber die Verbesserung der Infrastruktur: "Die Realisierung der A5 ist elementar", sagt Rießland. So ist auch der Zeitplan für den Technologiepark auf den Autobahnbau abgestimmt. "Wir erwarten die Fertigstellung der A5 etwa für 2012. Ein bis zwei Jahre vorher soll das Projekt in Aspern verwirklicht sein." Da nicht in gleichem Ausmaß vom Verkehr abhängig, könnten Forschungseinrichtungen schon etwas früher einziehen. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2004)

Von Angelika Slavik

Links

www.prisma-zentrum.at

www.wwff.gv.at

  • Auch in der ehemaligen Poliklinik in Wien soll ein Forschungszentrum entstehen - mit dem Schwerpunkt Biotechnologie und Biomedizin.
    foto: prisma

    Auch in der ehemaligen Poliklinik in Wien soll ein Forschungszentrum entstehen - mit dem Schwerpunkt Biotechnologie und Biomedizin.

Share if you care.