Musikalisch mit DNA-Analyse

18. April 2004, 22:18
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Obwohl Wien als die Wiege der Gerichtsmedizin gilt, kommt der neue Präsident der österreichischen Gesellschaft für Gerichtliche Medizin aus Tirol: Walter Rabl (45) von der Medizinischen Universität Innsbruck will in seiner dreijährigen Amtszeit versuchen, die Arbeit der gerichtsmedizinischen Institute in Österreich zu harmonisieren. Auf fachlicher Ebene sollen zum Beispiel die Berechnungen für den Atemalkohol oder den Blutalkohol vereinheitlicht werden. Auch bei den Kosten für gerichtsmedizinische Gutachten sind für ihn Harmonisierungen dringend notwendig.

Rabl sieht in Innsbruck zwei Schwerpunkte der Forschung: Neuentwicklungen in der DNA-Analyse und toxikologische Untersuchungen - und er bedauert, dass Gerichtsmediziner heute gezwungen sind, sich auf eines der beiden Gebiete zu spezialisieren. Der neue Präsident fordert, dass allen heimischen Instituten neue bildgebende Verfahren zur Verfügung gestellt werden. "Vielleicht könnte man sich in weiter Ferne damit sogar die Obduktion ersparen." Rabl studierte an der Universität Innsbruck Medizin. Der Hobbymusiker, der fünf Instrumente beherrscht, finanzierte sich das Studium mit Tanzmusik. Danach arbeitete er zunächst als Gastarzt und dann als Assistent am Institut für Gerichtliche Medizin. 1991/92 verbrachte er ein Auslandsjahr am Kantonsspital von St. Gallen in der Schweiz. 1989 schloss Rabl die Facharztausbildung ab, 1992 folgte die Berufung zum allgemein beeideten Sachverständigen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2004)

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