Langwierige Entwicklung

18. April 2004, 22:18
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Seit den Sechzigerjahren wird intensiv an Spracherkennungssystemen geforscht. Aber erst gut 20 Jahre später entstanden erste Systeme, die wenigstens einige Hundert Einzelwörter erkennen konnten. Danach beschleunigte sich zwar die Entwicklung, eine wirklich technologische Revolution blieb aber aus:

1984 wurde ein Spracherkennungssystem vorgestellt, das mithilfe eines Großrechners in einem mehrere Minuten dauernden Rechenvorgang etwa 5000 englische Einzelwörter erkennen konnte. Zwei Jahre später präsentierte IBM den Prototyp Tangora 4, der bereits eine Kontextprüfung beinhaltete.

1991 wurde eine deutsche Version dieser Software auf der Fachmesse CEBIT vorgeführt, allerdings mit Vorbehalten: So konnte das System nur in einem vom Lärm der Messe abgeschirmten Raum demonstriert werden. Der nächste Entwicklungsschritt betraf vor allem den Preis. Denn während bisherige Systeme rund 10.000 Euro gekostet hatten, präsentierte IBM 1994 ein Diktiersystem, das ein Zehntel kostete. Erst Mitte der Neun- ziger Jahre kamen Spracherkennungsprodukte auf den Markt, die jeder Computerbenutzer verwenden und sich auch wirklich leisten kann. (ez/DER STANDARD, Printausgabe, 13.4.2004)

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