Gelder für Terror: FBI untersucht saudische Konten bei Riggs-Bank

14. April 2004, 12:16
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Verdacht auf Terrorfinanzierung bei Washingtons "Diplomatenbank"

Washington - Bei der Riggs-Bank in Washington DC, die sich auf die Betreuung von Botschaften spezialisiert hat, werden derzeit Transaktionen des saudischen Botschafters vom FBI untersucht. Der Verdacht betrifft mögliche Terrorfinanzierung oder Geldwäsche im Zusammenhang mit großen Bargeldflüssen von saudischen Konten, berichten US-Medien. Nach der Aufnahme der Ermittlungen habe die Riggs-Bank die Beziehungen zur saudischen Botschaft eingestellt. Ein weiteres Problem der Bank liegt laut Medienberichten in den Geschäftsbeziehungen zur Herrscherfamilie von Äquatorialguinea.

"Diplomatenbank"

Die Riggs-Bank betreut 95 Prozent der rund 160 Botschaften und Vertretungen in der US-Hauptstadt. Das Institut gilt als Washingtons "Diplomatenbank". Probleme mit saudischen Konten bei der Riggs-Bank waren schon im Oktober 2001 aufgetaucht. Ein Monat nach den Terroranschlägen vom 11. September hatten FBI-Agenten entdeckt, dass Geld von Konten der Botschaft Saudiarabiens bei der Riggs-Bank möglicherweise zu zwei der 19 Flugzeugentführer gelangt sei, so das "Wall Street Journal".

Transaktionen des Botschafters

Laut einem Bericht der "Washington Post" haben im vergangenen Dezember Ermittler der Bank Transaktionen des saudischen Botschafters in den USA, Prinz Bandar bin Sultan untersucht. Als der Vertreter des Prinzen keine näheren Informationen geben wollte habe die Riggs-Bank wegen verdächtiger Vorgänge die Behörden eingeschaltet. Von der saudischen Botschaft lag gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme vor.

Mehrere Millionen Dollar

Gemäß dem Bericht wurden im Dezember von Vertretern des Botschafters mehrere Millionen Dollar in Form von Rial-Beträgen in Tranchen bei der Riggs-Bank deponiert. Das Geld sei dann abgehoben worden, eine Hälfte in Bar und die andere Hälfte als Scheck. Der dem Bargeld entsprechende Betrag sei dann meist am nächsten Tag wieder eingezahlt worden und auf ein Konto bei einer europäischen Bank transferiert worden. Unverständlich sei warum das Geld nicht direkt von Saudiarabien auf das Konto in Europa transferiert worden sei.

Auch Äquatorialguinea im Zwielicht

Ein weiteres Problem liegt in den Geschäftsbeziehungen zur Herrscherfamilie von Äquatorialguinea. Bei der Riggs-Bank wurden 300 bis 400 Millionen Dollar verwaltet, die von der Öl-Gesellschaft Exxon Mobil als Teil des Vertrags zur Ausbeutung der Ölreserven Äquatorialguineas gezahlt wurden. Präsident Teodoro Obiang Nguema beherrscht den westafrikanischen Staat nach einem Putsch vor fast einem Vierteljahrhundert mit harter Hand.

Bei einer Untersuchung der Finanzen wurden von dem Konto Transaktionen zu Offshore-Gesellschaften gefunden, deren Existenz nicht bewiesen werden konnte, heißt es im Bericht der "Washington Post". Daraufhin habe die Bank die Geschäftsbeziehungen zu Äquatorialguinea gelöst. Ein Bank-Manager wurde offenbar im Zusammenhang mit der Annahme eines Schecks vom Sohn des Präsidenten Äquatorialguineas gefeuert. (APA)

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