Sudan: EU-Militärchef schließt EU-geführten Einsatz nicht aus

16. April 2004, 16:03
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USA beklagen Missachtung der Waffenruhe in Darfur - US-Außenminister Powell droht mit Sanktionen

London/Washington - Der Vorsitzende des EU-Militärausschusses, Gustav Hagglund, hat einen Einsatz einer EU-geführten internationalen Truppe in der westsudanesischen Krisenregion Darfur nicht ausgeschlossen. Der Sudan sei auf der Liste der UNO für Friedenseinsätze, sagte Hagglund der britischen Zeitung "Financial Times". "Es gibt keinen Grund, weshalb die EU nicht zum Beispiel in den Sudan gehen sollte", fügte der finnische General hinzu. "Ich halte das für sehr gut möglich." Eine EU-Mission würde in jedem Fall unter UNO-Mandat stehen.

USA: Waffenruhe in Darfur missachtet

Die US-Regierung warf den Konfliktparteien in Darfur vor, den am Sonntag in Kraft getretenen Waffenstillstand zu missachten. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte am Montag in Washington, die Gewalt sei zwar zurückgegangen. Es gebe jedoch noch immer Hinweise, wonach Regierungssoldaten und von ihnen unterstützte Milizen Gebiete im Süden und Westen Darfurs angegriffen hätten. Zudem gebe es Berichte über Luftangriffe, etwa in Anka, nordwestlich von Khartoum. Die Regierungsmilizen hielten sich auch weiter in der Nähe von Flüchtlingslagern auf und hinderten die Menschen an der Rückkehr in ihre Häuser. Laut Boucher missachteten auch die Rebellen die Waffenruhe.

Powell droht mit Sanktionen

US-Außenminister Colin Powell drohte mit Sanktionen, sollten Regierung und Rebellen sich nicht bis zum 21. April auf ein Friedensabkommen einigen. Dieses Ultimatum ist in einem US-Gesetz zum Konflikt in Westsudan festgelegt. Die Konfliktparteien hatten vereinbart, am 20. April Verhandlungen über politische Fragen aufzunehmen. Seit dem Beginn des Darfur-Konflikts im Februar 2003 wurden in der Region rund 10.000 Menschen getötet, 770.000 sind auf der Flucht. (APA/AFP)

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    Der finnische General und Vorsitzende des EU-Militärausschusses, Gustav Hagglund.

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