Weitere Zeugen vor 9/11- Anhörung

13. April 2004, 22:48
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Justizminister Ashcroft, dessen Vorgänger sowie Ex-FBI-Chef Freeh treten vor den Untersuchungs­ausschuss

Washington - Der US-Untersuchungsausschuss zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hört weitere ranghohe Zeugen an. Heute werden Justizminister Ashcroft, seine Vorgängerin Janet Reno sowie Ex-FBI-Direktor Louis Freeh angehört. Dieser verteidigte vor der Anhörung die Rolle der US-Bundespolizei vor den Anschlägen. Morgen sagen CIA-Chef Tenet und sein FBI-Kollege Robert Mueller unter Eid vor der Kommission aus.

Freeh verteidigt FBI vor Anhörung

Der frühere FBI-Direktor Louis Freeh hat vor seiner Anhörung vor dem Untersuchungsausschuss zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 seine frühere Behörde verteidigt. Die Ermittler der US-Bundespolizei hätten "alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel benutzt", um Terroristenführer Osama bin Laden zu fassen und Anschläge auf die USA zu verhindern, sagte Freeh in einem am Montag in der "Washington Post" veröffentlichten Artikel.

"Ungerecht"

Das FBI und der Auslandsgeheimdienst CIA hätten Bin Laden und dessen Terrornetzwerk El Kaida bereits ein Jahr vor den Anschlägen vom 7. August 1998 gegen die US-Botschaften in Afrika beobachtet. Die Ermittler des FBI hätten jeden Hinweis gründlich untersucht und auch in zahlreichen Fällen Anschläge auf die USA verhindern können.

Freeh kritisierte es als ungerecht, dass die Arbeit des FBI vor dem 11. September 2001 im Lichte der psychologischen Auswirkungen der Terroranschläge bewertet werde. "Die Tatsache, dass der Terrorismus und die Anfeindungen von El Kaida gegen die USA im Präsidentschaftswahlkampf 2000 kein Thema waren, zeigt deutlich, dass es vor dem 11. September nicht den politischen Willen gab, den Krieg gegen den Terrorismus auszurufen." Das Budget des FBI für den Anti-Terror-Kampf sei "begrenzt und unzureichend" gewesen. Freeh war bis Juni 2001 FBI-Chef. (APA)

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    Justizminister Ashcroft sagt am Dienstag vor dem Untersuchungsausschuss aus.

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