Exbörsenstar Kölmel steht vor Gericht

20. April 2004, 10:15
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Untreue-Prozess gegen den Kinowelt-Gründer

München - Der Neue Markt ist längst Geschichte, die Protagonisten aus jener Zeit beschäftigen heute die Justiz. Ein neues Kapitel kommt morgen, Mittwoch hinzu, wenn der Prozess gegen den Kinowelt-Gründer Michael Kölmel vor dem Münchner Landgericht beginnt.

Kölmel werden Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott zur Last gelegt. Nach den Prozessen gegen die EM.TV-Gründer Thomas und Florian Haffa sowie gegen den Ex-Chef des Telematik-Unternehmens ComRoad, Bodo Schnabel, sitzt erneut ein einstiger Börsenstar auf der Anklagebank. Die Liste der Vorwürfe gegen Kölmel ist lang: 343 Seiten umfasst die Anklageschrift, das Verfahren füllt mehr als 100 Aktenordner.

So soll die zwischenzeitlich Pleite gegangene Kinowelt der mehrheitlich von Kölmel beherrschten SportweltBeteiligungsgesellschaft illegal Geld zugeschanzt haben. Allein 15 Fälle der Untreue werden Kölmel vorgeworfen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft beträgt der Schaden rund 22,8 Millionen Euro. Bei Gericht stellt man sich auf einen langen Prozess ein. Bis Ende Juli wurden 24 Verhandlungstermine angesetzt.

Kölmel selbst hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. "Die gegen mich erhobenen Vorwürfe der Untreue und Insolvenzverschleppung sind durchweg unbegründet", sagte er Ende Oktober 2001 nach seiner Entlassung aus mehrtägiger Untersuchungshaft. (dpa, Der Standard, Printausgabe, 13.04.2004)

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