Südkoreanischer Internetanbieter klagt gegen Microsoft

21. April 2004, 21:14
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Wegen unfairer Marktpraktiken - Integration von Instant Messaging halte die Verbraucher von einer freien Wahl ab

Das südkoreanische Internet-Unternehmen Daum Communications hat am Montag eine Entschädigungsklage in Millionenhöhe gegen den US-Softwarekonzern Microsoft eingereicht. Der führende Internetportal-Dienst in Südkorea wirft Microsoft und dessen koreanischer Tochter unfaire Marktpraktiken vor. Die Integration der Zusatzfunktion Instant Messaging in das Betriebssystem Windows XP halte die Verbraucher von einer freien Wahl ab, teilte Daum in einer Erklärung in Seoul mit. In der Klage an das Seouler Bezirksgericht fordert das Unternehmen zehn Milliarden Won (etwa 7,2 Millionen Euro) von Microsoft.

Beherrschung

"Microsoft hat die Möglichkeit der freien Wahl der Produkte dadurch blockiert, dass es seine beherrschende Stellung im Softwaremarkt ausnutzt", hieß es. Daum konkurriert unmittelbar mit dem US-Unternehmen auf dem koreanischen Markt für den Instant-Messaging-Dienst, der den direkten Austausch von Texten zwischen Internetnutzern gewährleistet.

Probleme

Daums Klage erfolgte knapp drei Wochen nach der Verhängung eines Rekordbußgeldes gegen Microsoft in Höhe von 497 Millionen Euro durch die EU-Kommission wegen kartellrechtlicher Verstöße. Dabei ging es um die Ausstattung des Betriebssystems Windows mit dem so genannten Mediaplayer. (APA)

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