Fischer rechnet mit Wahlsieg

13. April 2004, 16:55
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"Werde keine Purzelbäume machen, sondern mit Authentizität gewinnen" - ÖVP operiert teils mit Unwahrheiten - Kritik am ORF

Wien - SPÖ-Kandidat Heinz Fischer ist zuversichtlich, am 25. April als Sieger aus der Bundespräsidentenwahl hervorzugehen. "Ich rechne fest damit, dass am Wahlabend Dr. Heinz Fischer gewählt wird", sagte der SPÖ-Kandidat. Seine Devise: bis zum letzten Tag zu arbeiten und zu argumentieren. Gefragt, was er tun werde, um die hohe Zahl an Unentschlossenen noch für sich zu überzeugen, meinte Fischer: "Ich werde in den letzten 14 Tagen keine Purzelbäume machen, sondern ich möchte durch Glaubwürdigkeit und Authentizität gewinnen, und nicht durch Sonderprogramme."

In der dieswöchigen ersten und einzigen TV-Konfrontation mit seiner Gegnerin, der ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner, wolle er dementsprechend "ein politisches Gespräch im besten Sinn des Wortes über das Amt des Bundespräsidenten und die Voraussetzungen für dieses Amt" führen. Es solle ein faires Gespräch werden und nicht eines, "das an Äußerlichkeiten hängen bleibt". Was man sich unter solchen Äußerlichkeiten vorstellen könne? "Wer das größere Herz hat oder wer die bunteren Plakate hat und wer öfters Biergärten besucht oder so."

Auf etwaige Untergriffe der Gegnerin will Fischer nicht aggressiv reagieren. "Ich begegne dem im Vertrauen darauf, dass es genau das ist, was die Bevölkerung nicht schätzt. Also das muss nicht von mir geahndet werden, sondern das wird von den Zusehern geahndet."

"ÖVP operiert teils mit Unwahrheiten"

Dennoch findet Fischer klare Worte zur Wahlkampfführung seitens der ÖVP. "Es wird zum Teil mit Unwahrheiten operiert, das ist unübersehbar, und es gibt eine gewisse Arbeitsteilung, dass man diesen Verein Res Publica ins Feld schickt und dann behauptet, nichts damit zu tun zu haben, obwohl es Fotos gibt, die das Gegenteil beweisen. Aber das berührt mich nicht sehr. Meine Arbeitshypothese ist, dass das ein Zeichen von Schwäche ist, und, dass das bei den Wählerinnen und Wählern nicht gut ankommt. Dehalb regt es mich auch nicht auf."

Erboster ist Fischer da schon über den ORF. Auf die Frage, wie er sich von den Medien behandelt fühle, meinte Fischer: "Ich fühle mich zum Beispiel vom Fernsehen schlecht behandelt, weil es der Frau Außenministerin die Diskussionsverweigerung durchgehen lässt. Das Fernsehen führt immer die Quote als Begründung für alle möglichen Entscheidungen an. Eine zweite oder dritte TV-Diskussion vor der Wahl hätte sicher gute Quoten gehabt. Dennoch hat man es aus Gründen, die leicht zu erraten sind, nicht gemacht. Ich finde, das war nicht im Sinn der Zuseherinnen und Zuseher und auch nicht im Sinn des ORF." Er hoffe aber, die Wahlen auch unter den gegebenen Umständen zu gewinnen - "und Medienschelte macht wenig Sinn". (APA)

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