Sadr ruft zu Unterstützung seiner Miliz auf

13. April 2004, 16:25
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Regierungsrat setzt auf Verhandlungen mit dem Schiiten-Führer - Plan für Ende der Revolte entworfen

Kerbala/Bagdad - Der radikale Schiiten-Führer Muktada al Sadr hat die Iraker aufgerufen, sich hinter seiner bewaffneten Miliz, der "Mahdi-Armee", zu sammeln. Die Armee kämpfe für die "Rechte unterdrückter Menschen und für heilige Institutionen" und werde das Land von der Besatzung befreien, erklärte Sadr in einer an ein Schwarzes Brett gehefteten Botschaft am Schrein des Imam Hussein in Kerbala. "Meine Brüder, vereint euch und unterstützt euch gegenseitig, und lasst uns die Befreiung beginnen", hieß es in der Nachricht.

Die "Armee Mahdis" sei die "Armee des Volkes" und er sei "nur ein Mitglied des irakischen Volkes", fügte Sadr hinzu. Das Zusammenführen "der wenigen Ressourcen, die wir haben", werde der Anfang eines "Hausputzes" sein. Sadr rief außerdem zu einem Ende der "wilden Angriffe gegen die Menschen von Falluja" auf. Dort gilt derzeit ein Waffenstillstand zwischen der US-Armee und den Aufständischen.

Plan für Ende der Revolte

Mitglieder des von den USA eingesetzten Regierungsrates im Irak haben in der Zwischenzeit nach eigenen Angaben einen Plan entworfen, um den Aufstand der Anhänger des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr zu beenden. Aus Ratskreisen verlautete am Sonntag, nach dem Plan würde es den Irakern überlassen bleiben, Sadr festnehmen zu lassen. Die USA haben erklärt, sie würden Sadr verfolgen und seine so genannte Mahdi-Armee schiitischer Kämpfer zerschlagen.

Verhandlungen

Vertreter des Rats erklärten, sie hätten die Hoffnung, dass sie von der US-Zivilverwaltung die Erlaubnis bekämen, mit Sadr selbst über eine Beendigung des Aufstands zu verhandeln. Der Chef der Zivilverwaltung, Paul Bremer, sei im Prinzip gegenüber dieser Idee nicht abgeneigt, hieß es.

Ein Mitarbeiter Sadrs sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dieser sei zu Friedensgesprächen bereit, vorausgesetzt, die ausländischen Truppen verließen die Stadt Najaf und ließen seine gefangenen Anhänger frei. Außerdem müsse die Belagerung der Stadt Falluja beendet werden. Die US-Truppen gingen bisher mit voller Härte gegen die Aufständischen vor. In Bakuba, Kut und im Sadr-Viertel von Bagdad wurden die Büros Badrs attackiert. In Nassiriya, wo in der vergangenen Woche ebenfalls heftige Kämpfe tobten, sprengten italienische Truppen ein Sadr-Büro in der Nacht zum Sonntag mit Dynamit in die Luft.

Haftbefehl

Gegen Sadr gibt es nach US-Angaben seit Monaten einen Haftbefehl eines irakischen Richters in Zusammenhang mit dem in Najaf 2003 begangenen Mord an dem Geistlichen Saijed Abdel Majid el Khoei, Sohn des verstorbenen Großayatollahs in Najaf, Abu el Kassem el Khoei. Der Haftbefehl sei allerdings erst nach Ausbruch des Aufstandes der Schiiten gegen die US-geführten Koalitionstruppen veröffentlicht worden. Sadr hat erklärt, mit diesem Mord nichts zu tun zu haben.(APA/Reuters/AFP)

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    Ein Unterstützer Sadrs neben dessem Poster.

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