Gedenken an Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald

12. April 2004, 22:13
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Ehemalige KZ-Häftlinge verurteilen Neonazismus in Weimar - Engagement der Bürger gegen Fremdenhass begrüßt

Weimar - Anlässlich des 59. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald haben am Sonntag ehemalige Häftlinge gegen zunehmende Aktivitäten von Neonazis in Weimar protestiert. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten der Beirat ehemaliger Häftlinge und das Internationale Komitee Buchenwald-Dora, dass "Rechtsradikale für 2004 über 20 Demonstrationen in Weimar angekündigt haben und Stadtführungen anbieten, in denen der Nationalsozialismus verherrlicht wird". In der Erklärung wird aber auch das Engagement der Bürger und das breite Bündnis für Demokratie und gegen Fremdenhass und Rechtsradikalismus begrüßt.

Der Schriftsteller Ivan Ivanji erinnerte bei der Veranstaltung an die Forderung "Nie wieder", die nach der Befreiung der Konzentrationslager erhoben wurde. Wie wichtig die Erinnerung sei, zeigten Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Gegenwart. Der 75 Jahre alte Ivanji, der als Jugendlicher nach Auschwitz und Buchenwald deportiert worden war, lebt heute in Wien und Belgrad.

Posthume Ehrung

Eine besondere Ehrung wurde dem ehemaligen Häftling Walter Sonntag postum zuteil. Er wurde von Vertretern der israelischen Botschaft und der Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" geehrt. Sonntag hatte jüdische Mithäftlinge vor dem Zugriff der SS geschützt und ihnen damit das Leben gerettet. Die Ehrung nahm seine in Jena lebende Witwe entgegen.

An den Veranstaltungen zum Jahrestag der Befreiung nahmen mehr als 1.000 Menschen teil, darunter rund 100 ehemalige Häftlinge aus Estland, Frankreich, Israel, Kanada, Polen, Rumänien, Russland, Tschechien, Ungarn, der Ukraine und Deutschland. (APA/AP/dpa)

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