Auto fuhr in Musikgruppe: Weiteres Opfer im Spital gestorben

12. April 2004, 19:13
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Folgenschwere Fahrt von 19-Jährigem forderte nun zwei Todesopfer - 44-Jähriger Verletzungen erlegen

Graz - Der Unfall am Ostersonntag im obersteirischen Thörl hat am Ostermontag ein zweites Todesopfer gefordert. Der 44 Jahre Musiker Wolfgang B. erlag auf der neurochirurgischen Station des Grazer LKH seinen schweren Verletzungen, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark bestätigte. Ein Ergebnis des Alkotests, der am 19 Jahre alten Unglückslenker durchgeführt wurde, lag noch nicht vor. "Der ganze Ort steht unter Schock", so Siegfried Schrittwieser, Bürgermeister von Thörl im obersteirischen Bezirk Bruck an der Mur. Am Dienstag soll es einen Gebetsgottesdienst geben.

Der Verkehrsunfall vom Morgen um 4.50 Uhr des Ostersonntag, hat somit bisher sieben Opfer mit Verletzungen unterschiedlichen Grades und zwei Tote gefordert. Ein 19 Jahre alter Pkw-Lenker Andreas R. aus Aflenz war von hinten - laut Sicherheitsdirektion "vermutlich ungebremst" - in die 25-köpfige Musikgruppe gerast, die im Ort zum traditionellen "Osterweckruf" aufgespielt hatte. Der Obmann der Musikgruppe, Vizebürgermeister Franz Rappold (41), war sofort tot, seine Tochter, ebenfalls Musikerin, wurde schwer verletzt. Die Tochter des zweiten Toten ist ebenfalls Musikerin und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Laut Bürgermeister Schrittwieser war B. "jahrzehntelang Mitglied" der Kapelle.

Ort steht unter Schock

Der 19 Jahre alte Pkw-Lenker wurde bei dem Unfall schwer verletzt, sein 17 Jahre alter Beifahrer Andreas H. aus Thörl erlitt leichte Verletzungen. Die Beiden dürften auf dem Heimweg von einem Lokalbesuch oder von einem Osterfeuer gewesen sein, als sie in die auf der B 20, der Mariazeller Bundesstraße, im Ortszentrum vor der Kirche marschierende Kapelle fuhren. Das Ergebnis des Alkotests liege noch nicht vor, so ein Gendarm des Bezirksgendarmeriekommandos Bruck/Mur: "Das führt die Gerichtsmedizin durch und es dauert seine Zeit", das sei über die Osterfeiertage nicht so schnell zu bewerkstelligen, hieß es. Am Dienstag wisse man mehr.

Die Familien der Opfer befinden sich in psychologischer Betreuung. Der Bürgermeister, der bis Jänner Chef des SPÖ-Klubs im steirischen Landtag war und immer noch Abgeordneter ist, hat wie der beim Unfall getötete Vizebürgermeister sein Amt erst im Jänner angetreten. Vizebürgermeister Rappold wurde von Schrittwieser als "verlässlich, fleißig und als ständig bei den Leuten" beschrieben. Seine ganze Familie sei im Musikverein gewesen, Rappold selber habe die große Trommel geschlagen.

Die Leute im Ort seien unter Schock, so der Bürgermeister. Am Dienstag solle es einen Gebetsgottesdienst am Abend geben, außerdem werde ein Doppelbegräbnis in Erwägung gezogen - wann, könne noch nicht gesagt werden. Schrittwieser versteht nicht, wie so ein Unfall passieren konnte: "Seit fast 100 Jahren marschiert die Kapelle am Ostersonntagmorgen zum Weckruf durch den Ort, jeder in der Gegend. (APA)

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