Kühbauer: "Österreich im Niemandsland"

20. April 2004, 14:26
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Nach Auschluss Kritik an Referee Meßner und Michael Wagner - Sturm und Austria erste Semi­finalisten - Rapid und Kärnten im Viertelfinale

Wien - Der SK Sturm (4:0-Heimerfolg gegen Bregenz) und Titelverteidiger Austria (4:1 im Elfmeterschießen in Mattersburg nach torlosen 120 Minuten) zogen am Samstag ins Halbfinale des ÖFB-Stiegl-Cups ein und treffen dort am 4. Mai in Graz aufeinander. Im zweiten Semifinale stehen sich der Sieger von Rapid/GAK (findet am 21. April statt) sowie der Aufsteiger aus SV Ried/FC Kärnten (20. April) gegenüber. Am Samstag zogen Rapid (1:0 in Arnfels) und der FC Kärnten (4:0 gegen Salzburg) mit Siegen in den Achtelfinal-Nachholspielen als letzte Teams ins Viertelfinale ein.

Blutende Wunde, gebrochene Nase

Für die meiste Aufregung sorgte am Samstagnachmittag Schiedsrichter Stefan Meßner in Mattersburg. Der Steirer verschonte zunächst Austria-Verteidiger Troyansky nach Ellbogen-Check gegen Hopfer, der mit blutender Wunde und Nasenbeinbruch ausschied. Wenig später sah dafür auf der Gegenseite Kühbauer nach Foul an Wagner die Rote Karte, Gelb-Rot für Afolabi "roch" dann nach Kompensation.

Michi Wagner in der Rolle des sterbenden Schwans

"Es wird leider immer wichtiger, dass man Theatralik an den Tag legt. Aber vielleicht sind wir in Österreich deshalb dort, wo wir jetzt sind - im Niemandsland", meinte ein enttäuschter Didi Kühbauer. In der Kritik des Mattersburg-Kapitäns stand auch Michael Wagner, der zum Start der Frühjahrssaison mit einem ungeahndeten Tritt gegen Markus Kiesenebner aufgefallen war und nun als "sterbender Schwan" bezeichnet wurde: "Es zählt nur mehr den Gegner zu schwächen, nach der Roten Karte ist er sofort wieder aufgesprungen."

Matchwinner Safar

Das restliche Geschehen mit torlosen 120 Minuten geriet da fast in den Hintergrund, in der Elfmeterentscheidung war Austria-Ersatztorhüter Safar im Mittelpunkt. Er wehrte die Penaltys von Mandreko und Kausich ab, während Rushfeldt, Wagner, Verlaat und Gilewicz für den Pokalsieger trafen. "Im Elferschießen braucht man auch Glück, und das habe ich heute gehabt", freute sich der Match-Winner im Tor der Violetten.

Sturm: Vom Cup-Hoch zurück zum Liga-Alltag

Auch Sturm Graz steht nach dem 4:0 gegen Bregenz in der Runde der letzten vier und hat dort erneut Heimvorteil. Trotz Abstiegskampf in der Bundesliga lebt für den Ex-Meister also weiter die UEFA-Cup-Chance. "Wir werden natürlich alles machen, um ins Cup-Finale zu kommen und zu gewinnen, damit wir in der kommenden Saison im Europacup spielen können. Aber trotzdem müssen wir den Cup jetzt einmal vergessen und wieder an die Meisterschaft denken", lenkte Michael Petrovic die Aufmerksamkeit gleich wieder auf den Liga-Alltag. Bregenz-Präsident Hans Grill hatte Rat für Hannes Kartnig: "Ihm gebe ich den guten Rat, auch oben zu bleiben. Denn für mich als Steirer wäre es schlimm, würde Sturm absteigen."

Kärnten darf träumen, Salzburg nicht

Auch Schlusslicht FC Kärnten darf nach dem 4:0 gegen Salzburg weiter vom Europacup träumen. Beim Cup-Finalist des Vorjahres standen nach dem Spiel die Torschützen im Rampenlicht: Nachwuchsspieler Manuel Weber ist nicht nur wegen seiner Wachstumsschübe eine Riesen-Hoffnung für die Zukunft, an Sasa Papac, dessen Vertrag ausläuft, soll Feyenoord Rotterdam Interesse haben, und Benny Akwuegbu traf als Joker im Doppelpack. Die Salzburger hingegen beendeten die Partie nach Gelb-Rot für Thomas Winklhofer und Maynor Suazo mit neun Mann, Sportdirektor Peter Assion nahm das Ausscheiden gelassen: "Wir hatten unsere Chancen. Doch wenn man fast 60 Minuten in Unterzahl spielen muss, dann muss man eine solche Niederlage hinnehmen."

Rapid verkrampft und erleichtert

In Arnfels durfte der letzte im Bewerb befindliche Regionalliga-Klub gegen Rapid 85 Minuten mit einer Überraschung spekulieren, dann traf Rene Wagner zum erlösenden 1:0. Die Grün-Weißen bezahlten den Aufstieg jedoch mit der Verletzung von Andreas Ivanschitz. Der Teamkapitän fällt mit Seitenbandeinriss im linken Knie rund zwei Wochen aus. "Wir haben die erste Spielhälfte komplett verschlafen und uns viel zu wenig bewegt. Das war Standfußball, so kann man auch gegen einen Regionalligisten nicht zu Chancen kommen. Deswegen waren wir lange Zeit verkrampft. Aber Gott sei Dank haben wir gewonnen, denn das ist das Einzige, was im Cup zählt", war Josef Hickersberger zumindest über das Weiterkommen erleichtert. (APA/red)

  • Schiedsrichter Meßner (re) sah zwei Mal Rot. Er schickte zunächst Kühbauer, dann Afolabi (li) vom Feld.

    Schiedsrichter Meßner (re) sah zwei Mal Rot. Er schickte zunächst Kühbauer, dann Afolabi (li) vom Feld.

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    Erbärmliches Schauspiel: Ernst Dospel (li/Austria) verlor bei der Annäherung von Jan Koziak (Mattersburg) gleich den Boden unter seinen Füßen.

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