Zehntausende Schiiten pilgern zu hohem Feiertag nach Kerbala

12. April 2004, 22:17
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Selbstgeißelungen und anti-amerikanische Parolen - El-Kaida-Anschlag befürchtet

Kerbela - Zehntausende Schiiten haben sich am Sonntag zu einem hohen schiitischen Feiertag in der heiligen Stadt Kerbala versammelt. Trotz Anschlagswarnungen pilgerten Gläubige aus dem ganzen Irak sowie aus dem Iran, Afghanistan und Pakistan zum Arbain-Fest zu Ehren des heiligen Imam Hussein, dem Enkel des Propheten Mohammed. Die Milizen des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr hatten wegen des Feiertags einen dreitägigen Waffenstillstand bis Montag um Mitternacht ausgerufen.

Bewaffnete Wächter kontrollierten alle Autos und Menschen, die in die Stadt wollten. Die US-geführte Koalition hatte am Samstag gewarnt, das mutmaßliche El-Kaida-Führungsmitglied Abu Musab al-Zarqawi plane einen Anschlag auf die in Kerbala versammelten Gläubigen, um einen Bürgerkrieg auszulösen.

Vor einem Monat waren bei Anschlägen auf Pilger während einer Wallfahrt in Kerbala 112 Menschen getötet und 235 verletzt worden. Damals begingen die Schiiten den Todestag von Imam Hussein im Jahre 680. Beim Arbain-Fest am Sonntag feiern die Gläubigen den Ablauf der 40-tägigen Trauerzeit.

Gläubige geißelten sich bei der Wallfahrt am Sonntag mit Metallketten den Rücken, andere zerschnitten sich die Stirn mit Schwertern. Zahlreiche Gläubige riefen US-feindliche Parolen. "Die Amerikaner und ihre Alliierten sind unsere Feinde. Sie sind nur nach Irak gekommen, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen", rief der Geistliche Sayed Rasul Kahtan Mamita. Junge Männer skandierten "Land lebe Sadr, Amerika und der Regierungsrat sind Ungläubige." (APA)

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