Opfer des Anschlags von Djerba verklagt Reisekonzern TUI

12. April 2004, 17:36
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Fünfjähriges Kind hatte schwere Verletzungen erlitten - Keine Informationen über heikle politische Lage erhalten

Hannover - Zwei Jahre nach dem verheerenden Terroranschlag auf der tunesischen Mittelmeerinsel Djerba hat eines der Opfer den deutschen Reisekonzern TUI verklagt. "Wir wollen juristisch prüfen lassen, inwieweit TUI eine Mitschuld am Leid der Djerba-Opfer trägt", sagte Michael Esper aus dem westfälischen Bergkamen der dpa am Samstag. Er habe die Klage im Namen seines Sohnes am Donnerstag beim Landgericht Hannover eingereicht, sagte Esper. Das heute fünf Jahre alte Kind hatte bei dem Anschlag am 11. April 2002 schwere Verbrennungen erlitten.

"Die Informationen über die heikle innenpolitische Lage lagen dem Reiseveranstalter vor, aber man hat uns nicht die Möglichkeit gegeben, sich zu informieren", kritisierte Esper. "Nachdem die TUI ein außergerichtliches Gespräch mit uns abgelehnt hat, blieb uns auf Grund der Verjährungsfrist nichts anderes übrig als Klage einzureichen", fügte Esper hinzu. "Wir klagen stellvertretend für alle anderen Djerba-Opfer."

TUI-Sprecher Robin Zimmermann wies die Kritik zurück: "Wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen", sagte er der dpa. Es habe im April 2002 keinerlei Informationen über die Gefahr eines Anschlags gegeben.

Ein 24-jähriger tunesischer Anhänger der Terrororganisation El Kaida hatte vor der Synagoge La Ghriba einen mit Gascontainern beladenen Kleinlaster zur Explosion gebracht. 22 Menschen, darunter 14 deutsche Touristen und der Attentäter, kamen ums Leben. Zwei Monate später bekannte sich El Kaida zu dem Anschlag und erklärte, der Attentäter habe den Anschlag wegen des israelischen Vorgehens gegen die Palästinenser verübt. (APA)

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