Landau: Strasser soll vom Reden zum Tun gelangen

12. April 2004, 18:59
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Caritas-Direktor: "Wir sind auch nicht nachtragend"

Wien - Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hofft, dass die nach Ostern geplanten Verhandlungen mit dem Innenministerium über die Unterbringung von Asylwerbern zu klaren Resultaten führen: "Ich erwarte mir schon, dass es substanzielle Gespräche mit handfesten Ergebnissen gibt", meinte er am Samstag im ORF-Radio. Von Innenminister Ernst Strasser (V) verlangt Landau, "dass der Minister vom Reden zum Tun gelangt".

Wehleidig sei er nach den Attacken des Innenministers gegen ihn und seine Person nicht: "Wir sind auch nicht nachtragend, der Minister steht unter hohem Druck." Daher werde man auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, so Landau angesichts von Aussagen Strassers, wonach die Wiener Caritas "brutal" vorgehe und eine "politische Kampagne" betreibe.

Dass von der Caritas in der Vorwoche Flüchtlinge nicht mehr aufgenommen sondern ins Innenministerium geschickt wurden, verteidigte Landau: "Es gibt in Wien keinen freien Platz mehr". Es brauche jetzt auch strukturelle Lösungen, nicht bloß Unterbringungen für wenige Nächte.

Dafür ist nach Ansicht des Caritas-Direktors nicht Strasser allein verantwortlich: "Es geht auch darum, dass die Bundesländer den Innenminister nicht allein im Regen stehen lassen". Derzeit jedenfalls werde die Verantwortung seitens der Regierung verleugnet und versucht, diese auf Kirchen und Hilfsorganisationen abzuschieben. (APA)

  • Caritas-Direktor Landau will "substanzielle Lösungen" statt Unterbringungen für wenige Nächte.
    foto: franz josef rupprecht/kathbild

    Caritas-Direktor Landau will "substanzielle Lösungen" statt Unterbringungen für wenige Nächte.

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