Falluja: US-Streitkräfte bieten Waffenruhe an

10. April 2004, 16:32
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Regierungsrat fordert "politische Lösung"

Bagdad - Die US-Streitkräfte haben den Aufständischen in der irakischen Stadt Falluja erneut eine Waffenruhe angeboten. "Die Streitkräfte der Koalition sind bereit, eine Waffenruhe mit den feindlichen Elementen in Falluja umzusetzen, die um zwölf Uhr Mittags (Ortszeit) beginnen könnte", sagte Brigadegeneral Mark Kimmit am Samstagmorgen vor Journalisten in Bagdad.

Bereits am Freitag hatten die US-Streitkräfte für Falluja eine einseitige Waffenruhe verkündet, auf die die rebellierenden Sunniten allerdings nicht eingingen. Auch am Samstagmorgen wurden aus Falluja neue Gefechte zwischen Aufständischen und US-Marines gemeldet. Bei den Kämpfen in Falluja starben in den vergangenen Tagen mindestens 450 Menschen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei dies Waffenruhe-Angebot vor allem eine hoffnungsvolle Erwartung. "Wir hoffen, diese Pressekonferenz dazu nutzen zu können, (...) um die Botschaft an den Feind zu bringen", erklärte der amerikanische General. Der britische Außenminister Jack Straw hatte die Lage im Irak am Samstag als extrem ernst bezeichnet. US-Außenminister Colin Powell hatte erklärt, er sei von der Heftigkeit der Auseinandersetzungen überrascht, glaube aber nach wie vor, die USA könnten ihre Ziele für den Nachkriegs-Irak erreichen.

Regierungsrat fordert "politische Lösung"

"Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und die Anwendung von politischen Lösungen für die Lage in manchen Gebieten des Landes, vor allem in der Stadt Falluja", heißt es in einer offiziellen Erklärung des von den USA eingesetzten irakischen Regierungsrates. Bei dem US-Einsatz in der irakischen Widerstandshochburg kamen nach Angaben des Regierungsrats innerhalb von fünf Tagen mehr als 400 Iraker ums Leben, tausend weitere wurden verletzt. Am 31. März waren in Falluja vier US-Zivilisten gelyncht und deren Leichen von einem wütenden Mob geschändet worden. (Reuters)

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